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	<title>Infothek - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-06T13:19:58Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7628</id>
		<title>Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7628"/>
		<updated>2024-03-15T12:50:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im ausgeschiedenen Harn der Schweine führt die Hydrolyse von Harnstoff unter Beteiligung des Enzyms Urease, das im Kot enthalten ist, zur Bildung von Ammoniak. Die Harnstoffhydrolyse beginnt etwa eine halbe Stunde nachdem der Harn abgesetzt wurde und ist nach wenigen Stunden abgeschlossen. Der frisch abgesetzte Harn sollte deshalb schnellstmöglich vom Kot getrennt werden. Bei der Kot-Harn-Trennung mit einem Unterflurschieber ist der Mistkanal unter dem perforierten Boden bzw. Kotbereich V-förmig ausgebildet (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kanalsohle weist beidseitig ein Gefälle zur mittig verlaufenden Harnrinne auf. Der Entmistungsschieber ist dem Kanalprofil angepasst und hält die Harnrinne mit einem Schieberaufsatz frei von Verstopfungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 49 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023) bei Einsatz des Unterflurschiebers im Auslauf. Wurde zusätzlich ein Ureaseinhibitor oberflur appliziert, erreichte die Maßnahmenkombination eine Minderungsleistung von 64 %. Laut Literatur mindert Dder Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung mindert Ammoniakemissionen in der Schweinehaltung um 40 bis 50 % (Landrain et al. 2009, Loussouarn et al. 2014). Er und entspricht außerdem der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Gefälle und die im Kanal integrierte Harnrinne fließt der Harn schnell ab und wird so vom Kot getrennt. Der Unterflurschieber schiebt den Kot mehrmals täglich zu einem Abwurfschacht hin, reinigt die Fläche des Kanals und hält die Harnrinne frei. Der Antrieb erfolgt über Seilzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die zügige Trennung von Kot und Harn wird die im Kot der Tiere enthaltene Urease nicht im vollen Umfang bei der Harnstoffhydrolyse wirksam, sodass weniger Ammoniak gebildet und freigesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich zu berücksichtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Quergefälle der Kanalsohle zur Harnrinne 5 bis 10 %&lt;br /&gt;
* Längsgefälle der Kanalsohle bzw. Harnrinne 1 %&lt;br /&gt;
* Durchmesser kreisrunder Harnrinnen 15 cm; andere Formen der Harnrinne sind möglich&lt;br /&gt;
* Schlitzbreite Harnrinne 0,5 cm&lt;br /&gt;
* Schieber ist dem Querschnitt der Kanalsohle angepasst und hat einen Aufsatz zur Räumung der Harnrinne&lt;br /&gt;
* Abwurfschacht ist abgedeckt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei entsprechender Buchtengestaltung bzw. Größe des Kotbereichs können auch mehrere Kanäle mit Unterflurschieber ausgestattet werden, beispielsweise jeweils ein Kanal am vorderen und hinteren Ende der Bucht.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber.jpeg|Abb. 1: 3D-Ansicht eines Unterflurschiebers mit Kot-Harn-Trennung im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung eines Unterflurschiebers mit Kot-Harn-Trennung im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Der Harn wird nur bei entsprechender baulicher Ausführung vom Kot getrennt. Mit zunehmenden Kot- und Harnmengen steigt mit der Lebendmasse der Schweine die Entmistungshäufigkeit von mehrmals täglich auf bis zu 12 Entmistungsvorgänge je Tag an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schieber muss vollautomatisch gesteuert werden, damit die Reinigung auch ohne Tierbetreuer erfolgen kann. Zur Dokumentation muss der Schieberbetrieb automatisch erfasst und aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Maßnahme kann in allen Haltungsabschnitten der Schweinehaltung eingesetzt werden. Die Technik ist sowohl für voll- als auch für teilperforierte Buchtenböden geeignet, unabhängig davon, ob die Gebäudehülle geschlossen oder offen ist oder sie in Ausläufen betrieben wird. Die Nachrüstung von Ställen ist möglich. Das Prinzip funktioniert auch, wenn geringe Mengen Stroh oder Heu in den Kanal gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der RIchtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivtierhaltung oder-aufzucht von Geflügel und Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landrain, Brigitte; Ramonet, Yannick; Quillien, Jean-Pierre; Robin, Paul (2009): Incidence de la mise en place d’un système de raclage en préfosse dans une porcherie d’engraissement sur caillebotis intégral sur les performances zootechniques et les émissions d’ammoniac et de protoxyde d’azote. In: Journées Recherche Porcine (41), S. 259–264. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2009/enviro/env01.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lousssouarn, Aurore; Lagadec, Sòlene; Robin, Paul; Hassouna, Mélynda (2014): Raclage en « V » : bilan environnemental et zootechnique lors de sept années de fonctionnement à Guernévez. In: Journées Recherche Porcine (46), S. 199–204. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2014/environnement/3E3.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7625</id>
		<title>Güllekanalverkleinerung durch geneigte Seitenwände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7625"/>
		<updated>2024-03-15T12:44:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verkleinerte Güllekanäle werden in der Schweinehaltung sowohl in teil- als auch in vollperforierten Buchten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen eingesetzt. Schräge Kanalwände reduzieren die emittierende Oberfläche der Gülle und sorgen dafür, dass sich die Oberfläche nur mit zunehmender Güllemenge vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 32 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023). Durch die Kombination mit Molke als Güllezusatz oder Benzoesäure als Futterzusatz war eine höhere Minderungsleistung möglich. In niederländischen Messungen konnten die Ammoniakemissionen um bis zu 50 % reduziert werden (lenW 2016a, b, c). Die Güllekanalverkleinerung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die geneigten Kanalwände verjüngt sich der Kanal zur Güllekanalsohle (Abb. 1 und 2). Im Vergleich zu rechteckigen Güllekanälen ist die emittierende Oberfläche der Gülle vor allem bei geringen Füllmengen deutlich verringert. Durch die reduzierte Oberfläche kann weniger Ammoniak entweichen, da der Einfluss der Luftbewegung auf die Emission gemindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip setzt voraus, dass Kot und Harn nicht auf den geneigten Kanalwänden liegen bleiben. Neben der Neigung entscheidet auch das Material der Wände darüber, wie hoch der „Selbstreinigungsgrad“ der Wände ist; diese sollten daher aus einem glatten Material beschaffen sein.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Güllewannen.png|Abb. 1: Güllekanalverkleinerung im teilperforierten System mit mittiger, heiz- oder kühlbarer planbefestigter Liegefläche und symmetrischen Güllewannen. Der Kanal unter dem Fressbereich (links) ist kleiner als der Kanal unter dem Kotbereich (rechts). (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Varianten 2D.svg|Abb. 2: V-förmige Güllekanäle bei voll- und teilperforierten Böden (© KTBL)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführungen ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich bei der Ausführung der Kanalwände zu beachten (lenW 2016 a, b, c):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Neigungswinkel symmetrischer Güllekanäle liegt zwischen 45 und 60°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Neigungswinkel bei asymmetrischen Güllekanälen sind: eine Seite &amp;gt; 45° und die andere Seite &amp;gt; 60°; Kanäle mit einer Schrägwand sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei teilperforierten Böden mit asymmetrischen Kanälen sollte die weniger geneigte Kanalwand der planbefestigten Fläche zugewandt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die erforderliche Selbstreinigung weisen beispielsweise einsetzbare Wannen aus Polyester, Glasfaser verstärktem Polyester, Polyethylen oder rostfreiem Stahl auf.     Es können auch einzelne Schrägwände aus Polypropylen oder Polyethylen an der Betonsohle und der Wand des Güllekanals montiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei Verwendung von Schrägwänden ist ein Überlauf erforderlich, dieser darf jedoch nicht zur dauerhaften Entmistung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In Buchten sollte der Anteil der planbefestigen Fläche mindestens 30 % bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei zwei Kanälen sollte die perforierte Fläche des Fressbereichs kleiner sein als die perforierte Fläche des Kotbereichs, da im Fressbereich vor allem Wasser und Futterreste anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Emissionsfläche des Güllekanals in Buchten mit teilperforierten Böden sollte je Tierplatz maximal wie folgt groß sein: Aufzuchtferkel 0,13 m², Mastschwein 0,27&amp;amp;nbsp;m², Sau 1,1 m² (Abferkelbereich) und 0,55 m² (Deck- und Wartebereich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Ablassen der Gülle erfolgt über ein Kunststoffrohr am Boden des Kanals (Rohrentmistung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Die Gülle wird spätestens bei maximal zulässiger Emissionsfläche bzw. Stauhöhe abgelassen. In der Mast, der Ferkelaufzucht oder in [[Rein-Raus-Verfahren|Rein-Raus-Verfahren]] sollten die Wände der entleerten Kanäle aus hygienischen Gründen spätestens am Durchgangsende gereinigt werden. Für eine optimale Emissionsminderungsleistung wird empfohlen, die Gülle alle zwei Tage oder zweimal in der Woche in ein externes Güllelager abzuführen, beispielsweise durch eine Rohrentmistung oder ein Spülsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Neubelegung einer Bucht sollten die Kanälen 10 cm hoch mit Wasser gefüllt werden, damit die zuerst anfallenden Exkremente nicht am Boden anhaften (lenW 2016 a, b, c). Zur Dokumentation der Betriebsweise muss das Ablassen der Gülle aus den Kanälen aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Verkleinerte Güllekanäle sind für alle Abschnitte der Schweinehaltung geeignet. Ställe können nachgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016a): Schuine wand in het mestkanaal voor gespeende biggen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_01_schuine_wand_gespeende_biggen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016b): Schuine wand in het mestkanaal voor kraamzeugen en vleesvarkens. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_02_schuine_wand_kraamzeugen_en_vleesvarkens.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016c): Schuine wand in het mestkanaal voor guste en dragende zeugen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_03_schuine_wand_guste_en_dragende_zeugen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7622</id>
		<title>Planbefestigter Rillenboden mit Profil</title>
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		<updated>2024-03-15T12:40:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Planbefestigter Rillenboden mit Profil zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Der planbefestigter Stallboden besteht aus einer profilierten Oberfläche, die mit Rillen versehen ist (Abb. 1). Flüssigkeiten werden durch ein beidseitiges Gefälle des Oberflächenprofils von 3 bis 4 % zu den Rillen hin zügig abgeleitet (Abb. 2). Entweder ist der Boden mit Gummimatten oder Gummieinlagen im Oberflächenprofil ausgestattet. Die Gummimatten sind auf der Unterseite mit Noppen versehen, wodurch sich das Material bei Belastung verformt und somit gut begehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht.png|Abb. 1: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht.png|Abb. 2: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gerillte Oberfläche ist ein zügiger Abfluss von Flüssigkeiten möglich. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären Schieber, der auch die Rillen räumt, regelmäßig abgeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielte positive Umwelteffekte ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen geht ebenso eine Reduktion der Geruchsemission einher. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Dieser Boden wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) untersucht und zeigte hinsichtlich der Minderungswirkung uneinheitliche Ergebnisse. Die ursprünglich aufgrund von Literaturangaben zu erwartende Minderungsleistung konnte nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten planbefestigten Rillenböden zeigten keine gesicherte Minderungswirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niederländischen Case-Control-Messungen zufolge werden durch den Boden die Ammoniakemissionen um 31 - 35 % (Emissionsfaktor: 8,5 - 9,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert. Als Referenz wurde ein Vollspaltenboden (Rav code: A 1.100) herangezogen (Winkel et al. 2020). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist jedoch nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss eine an die Rillenform angepasste Schieberlippe aufweisen. Um das Antrocknen des Kots zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf. Zudem ist durch die zusätzliche Befeuchtung der Lauffläche mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gummierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Umbauten sind jedoch mit einem höheren technischen Aufwand verbunden, da der bestehende Boden vorher bearbeitet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigter Rillenboden mit Profil&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|550&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;645,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;438,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|55,00&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|8,30&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|16,50&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;90,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;61,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;165,60&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;111,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Gummiauflage wird auf den vorhandenen planbefestigten Boden aufgelegt und fixiert. Dazu ist bei Bestandbauten eine gründliche Reinigung des Bodens notwendig. Die Gummiauflage kostet 75 - 110 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 550 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 375 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 80,90 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 55,20 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. In einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP RInd]) wird diese Technik in Praxisställen getestet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), pp. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021c): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2013-07-v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkel, A.; Bokma, S.; Hol, J.; Blanken, K. (2020): Ammonia emission of the MeadowFloor CL for dairy barns – A case-control study in the Environmental Research Barn of Dairy Campus. Report 1275, Wageningen, https://www.doi.org/10.18174/531749&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7619</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
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		<updated>2024-03-15T12:35:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abb. 1 und 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abb. 3 und 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abb. 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abb. 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abb. 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abb. 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost&amp;lt;/nowiki&amp;gt;, Zugriff am 16.03.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7618</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7618"/>
		<updated>2024-03-15T12:34:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 1 Bauliche Ausführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abb. 1 und 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abb. 3 und 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abb. 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abb. 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abb. 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abb. 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost&amp;lt;/nowiki&amp;gt;, Zugriff am 16.03.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7558</id>
		<title>Güllekühlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7558"/>
		<updated>2024-03-14T15:31:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v.a. die Temperatur an der Gülleoberfläche herabsenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. &lt;br /&gt;
Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1 und 2), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abb. 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: 3D-Ansicht von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung Kühlleitungen 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden.&lt;br /&gt;
Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe.&lt;br /&gt;
Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung, in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7557</id>
		<title>Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7557"/>
		<updated>2024-03-14T15:30:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im ausgeschiedenen Harn der Schweine führt die Hydrolyse von Harnstoff unter Beteiligung des Enzyms Urease, das im Kot enthalten ist, zur Bildung von Ammoniak. Die Harnstoffhydrolyse beginnt etwa eine halbe Stunde nachdem der Harn abgesetzt wurde und ist nach wenigen Stunden abgeschlossen. Der frisch abgesetzte Harn sollte deshalb schnellstmöglich vom Kot getrennt werden. Bei der Kot-Harn-Trennung mit einem Unterflurschieber ist der Mistkanal unter dem perforierten Boden bzw. Kotbereich V-förmig ausgebildet (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kanalsohle weist beidseitig ein Gefälle zur mittig verlaufenden Harnrinne auf. Der Entmistungsschieber ist dem Kanalprofil angepasst und hält die Harnrinne mit einem Schieberaufsatz frei von Verstopfungen.&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 49 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023) bei Einsatz des Unterflurschiebers im Auslauf. Wurde zusätzlich ein Ureaseinhibitor oberflur appliziert, erreichte die Maßnahmenkombination eine Minderungsleistung von 64 %. Laut Literatur mindert Dder Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung mindert Ammoniakemissionen in der Schweinehaltung um 40 bis 50 % (Landrain et al. 2009, Loussouarn et al. 2014). Er und entspricht außerdem der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Gefälle und die im Kanal integrierte Harnrinne fließt der Harn schnell ab und wird so vom Kot getrennt. Der Unterflurschieber schiebt den Kot mehrmals täglich zu einem Abwurfschacht hin, reinigt die Fläche des Kanals und hält die Harnrinne frei. Der Antrieb erfolgt über Seilzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
Durch die zügige Trennung von Kot und Harn wird die im Kot der Tiere enthaltene Urease nicht im vollen Umfang bei der Harnstoffhydrolyse wirksam, sodass weniger Ammoniak gebildet und freigesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich zu berücksichtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Quergefälle der Kanalsohle zur Harnrinne 5 bis 10 %&lt;br /&gt;
* Längsgefälle der Kanalsohle bzw. Harnrinne 1 %&lt;br /&gt;
* Durchmesser kreisrunder Harnrinnen 15 cm; andere Formen der Harnrinne sind möglich&lt;br /&gt;
* Schlitzbreite Harnrinne 0,5 cm&lt;br /&gt;
* Schieber ist dem Querschnitt der Kanalsohle angepasst und hat einen Aufsatz zur Räumung der Harnrinne&lt;br /&gt;
* Abwurfschacht ist abgedeckt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei entsprechender Buchtengestaltung bzw. Größe des Kotbereichs können auch mehrere Kanäle mit Unterflurschieber ausgestattet werden, beispielsweise jeweils ein Kanal am vorderen und hinteren Ende der Bucht.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber.jpeg|Abb. 1: 3D-Ansicht eines Unterflurschiebers im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung eines Unterflurschiebers im Güllekanal (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Der Harn wird nur bei entsprechender baulicher Ausführung vom Kot getrennt. Mit zunehmenden Kot- und Harnmengen steigt mit der Lebendmasse der Schweine die Entmistungshäufigkeit von mehrmals täglich auf bis zu 12 Entmistungsvorgänge je Tag an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schieber muss vollautomatisch gesteuert werden, damit die Reinigung auch ohne Tierbetreuer erfolgen kann. Zur Dokumentation muss der Schieberbetrieb automatisch erfasst und aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Maßnahme kann in allen Haltungsabschnitten der Schweinehaltung eingesetzt werden. Die Technik ist sowohl für voll- als auch für teilperforierte Buchtenböden geeignet, unabhängig davon, ob die Gebäudehülle geschlossen oder offen ist oder sie in Ausläufen betrieben wird. Die Nachrüstung von Ställen ist möglich. Das Prinzip funktioniert auch, wenn geringe Mengen Stroh oder Heu in den Kanal gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der RIchtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivtierhaltung oder-aufzucht von Geflügel und Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landrain, Brigitte; Ramonet, Yannick; Quillien, Jean-Pierre; Robin, Paul (2009): Incidence de la mise en place d’un système de raclage en préfosse dans une porcherie d’engraissement sur caillebotis intégral sur les performances zootechniques et les émissions d’ammoniac et de protoxyde d’azote. In: Journées Recherche Porcine (41), S. 259–264. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2009/enviro/env01.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lousssouarn, Aurore; Lagadec, Sòlene; Robin, Paul; Hassouna, Mélynda (2014): Raclage en « V » : bilan environnemental et zootechnique lors de sept années de fonctionnement à Guernévez. In: Journées Recherche Porcine (46), S. 199–204. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2014/environnement/3E3.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7556</id>
		<title>Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung</title>
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		<updated>2024-03-14T15:28:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im ausgeschiedenen Harn der Schweine führt die Hydrolyse von Harnstoff unter Beteiligung des Enzyms Urease, das im Kot enthalten ist, zur Bildung von Ammoniak. Die Harnstoffhydrolyse beginnt etwa eine halbe Stunde nachdem der Harn abgesetzt wurde und ist nach wenigen Stunden abgeschlossen. Der frisch abgesetzte Harn sollte deshalb schnellstmöglich vom Kot getrennt werden. Bei der Kot-Harn-Trennung mit einem Unterflurschieber ist der Mistkanal unter dem perforierten Boden bzw. Kotbereich V-förmig ausgebildet (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kanalsohle weist beidseitig ein Gefälle zur mittig verlaufenden Harnrinne auf. Der Entmistungsschieber ist dem Kanalprofil angepasst und hält die Harnrinne mit einem Schieberaufsatz frei von Verstopfungen.&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 49 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023) bei Einsatz des Unterflurschiebers im Auslauf. Wurde zusätzlich ein Ureaseinhibitor oberflur appliziert, erreichte die Maßnahmenkombination eine Minderungsleistung von 64 %. Laut Literatur mindert Dder Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung mindert Ammoniakemissionen in der Schweinehaltung um 40 bis 50 % (Landrain et al. 2009, Loussouarn et al. 2014). Er und entspricht außerdem der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Gefälle und die im Kanal integrierte Harnrinne fließt der Harn schnell ab und wird so vom Kot getrennt. Der Unterflurschieber schiebt den Kot mehrmals täglich zu einem Abwurfschacht hin, reinigt die Fläche des Kanals und hält die Harnrinne frei. Der Antrieb erfolgt über Seilzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
Durch die zügige Trennung von Kot und Harn wird die im Kot der Tiere enthaltene Urease nicht im vollen Umfang bei der Harnstoffhydrolyse wirksam, sodass weniger Ammoniak gebildet und freigesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich zu berücksichtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Quergefälle der Kanalsohle zur Harnrinne 5 bis 10 %&lt;br /&gt;
* Längsgefälle der Kanalsohle bzw. Harnrinne 1 %&lt;br /&gt;
* Durchmesser kreisrunder Harnrinnen 15 cm; andere Formen der Harnrinne sind möglich&lt;br /&gt;
* Schlitzbreite Harnrinne 0,5 cm&lt;br /&gt;
* Schieber ist dem Querschnitt der Kanalsohle angepasst und hat einen Aufsatz zur Räumung der Harnrinne&lt;br /&gt;
* Abwurfschacht ist abgedeckt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei entsprechender Buchtengestaltung bzw. Größe des Kotbereichs können auch mehrere Kanäle mit Unterflurschieber ausgestattet werden, beispielsweise jeweils ein Kanal am vorderen und hinteren Ende der Bucht.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber.jpeg|Abb. 1: 3D-Ansicht eines Unterflurschiebers im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung eines Unterflurschiebers im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Der Harn wird nur bei entsprechender baulicher Ausführung vom Kot getrennt. Mit zunehmenden Kot- und Harnmengen steigt mit der Lebendmasse der Schweine die Entmistungshäufigkeit von mehrmals täglich auf bis zu 12 Entmistungsvorgänge je Tag an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schieber muss vollautomatisch gesteuert werden, damit die Reinigung auch ohne Tierbetreuer erfolgen kann. Zur Dokumentation muss der Schieberbetrieb automatisch erfasst und aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Maßnahme kann in allen Haltungsabschnitten der Schweinehaltung eingesetzt werden. Die Technik ist sowohl für voll- als auch für teilperforierte Buchtenböden geeignet, unabhängig davon, ob die Gebäudehülle geschlossen oder offen ist oder sie in Ausläufen betrieben wird. Die Nachrüstung von Ställen ist möglich. Das Prinzip funktioniert auch, wenn geringe Mengen Stroh oder Heu in den Kanal gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der RIchtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivtierhaltung oder-aufzucht von Geflügel und Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landrain, Brigitte; Ramonet, Yannick; Quillien, Jean-Pierre; Robin, Paul (2009): Incidence de la mise en place d’un système de raclage en préfosse dans une porcherie d’engraissement sur caillebotis intégral sur les performances zootechniques et les émissions d’ammoniac et de protoxyde d’azote. In: Journées Recherche Porcine (41), S. 259–264. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2009/enviro/env01.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lousssouarn, Aurore; Lagadec, Sòlene; Robin, Paul; Hassouna, Mélynda (2014): Raclage en « V » : bilan environnemental et zootechnique lors de sept années de fonctionnement à Guernévez. In: Journées Recherche Porcine (46), S. 199–204. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2014/environnement/3E3.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Unterflurschieber_mit_Kot-Harn-Trennung&amp;diff=7555</id>
		<title>Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung</title>
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		<updated>2024-03-14T15:24:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im ausgeschiedenen Harn der Schweine führt die Hydrolyse von Harnstoff unter Beteiligung des Enzyms Urease, das im Kot enthalten ist, zur Bildung von Ammoniak. Die Harnstoffhydrolyse beginnt etwa eine halbe Stunde nachdem der Harn abgesetzt wurde und ist nach wenigen Stunden abgeschlossen. Der frisch abgesetzte Harn sollte deshalb schnellstmöglich vom Kot getrennt werden. Bei der Kot-Harn-Trennung mit einem Unterflurschieber ist der Mistkanal unter dem perforierten Boden bzw. Kotbereich V-förmig ausgebildet (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kanalsohle weist beidseitig ein Gefälle zur mittig verlaufenden Harnrinne auf. Der Entmistungsschieber ist dem Kanalprofil angepasst und hält die Harnrinne mit einem Schieberaufsatz frei von Verstopfungen.&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 49 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023) bei Einsatz des Unterflurschiebers im Auslauf. Wurde zusätzlich ein Ureaseinhibitor oberflur appliziert, erreichte die Maßnahmenkombination eine Minderungsleistung von 64 %. Laut Literatur mindert Dder Unterflurschieber mit Kot-Harn-Trennung mindert Ammoniakemissionen in der Schweinehaltung um 40 bis 50 % (Landrain et al. 2009, Loussouarn et al. 2014). Er und entspricht außerdem der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Gefälle und die im Kanal integrierte Harnrinne fließt der Harn schnell ab und wird so vom Kot getrennt. Der Unterflurschieber schiebt den Kot mehrmals täglich zu einem Abwurfschacht hin, reinigt die Fläche des Kanals und hält die Harnrinne frei. Der Antrieb erfolgt über Seilzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
Durch die zügige Trennung von Kot und Harn wird die im Kot der Tiere enthaltene Urease nicht im vollen Umfang bei der Harnstoffhydrolyse wirksam, sodass weniger Ammoniak gebildet und freigesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind Baulich zu berücksichtigen:&lt;br /&gt;
*Quergefälle der Kanalsohle zur Harnrinne 5-10 % (Landrain et al. 2009; Heidinger und Zentner 2017)&lt;br /&gt;
*Längsgefälle der Kanalsohle bzw. Harnrinne etwa 1 % (Santonja et al. 2017; Lousssouarn et al. 2014)&lt;br /&gt;
*Durchmesser der Harnrinne von 15 cm, wenn als Rohr ausgeführt (Guimont et al. 2007), andere Formen der Harnrinne möglich (vgl. Abbildung 1)&lt;br /&gt;
*Harnrinne bis auf einen Schlitz von 0,5 cm Breite abgedeckt (Landrain et al. 2009)&lt;br /&gt;
*Schieber ist dem Querschnitt der Kanalsohle angepasst (Landrain et al. 2009; Santonja et al. 2017) und hat einen Aufsatz zur Räumung der Harnrinne (Herstellerangabe 2021)&lt;br /&gt;
*Abwurfschacht ist abgedeckt (Herstellerangabe 2017) &lt;br /&gt;
Bei entsprechender Buchtengestaltung bzw. Größe des Kotbereichs können auch mehrere Güllekanäle mit Unterflurschieber ausgestattet werden, beispielsweise jeweils ein Kanal am vorderen und hinteren Ende der Bucht (Guimont et al. 2007).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schieberfunktion muss automatisch gesteuert werden. Zur Dokumentation muss der Schieberbetrieb automatisch erfasst und aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber.jpeg|Abb. 1: 3D-Ansicht eines Unterflurschiebers im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Unterflurschieber 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung eines Unterflurschiebers im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Der Harn wird nur bei entsprechender baulicher Ausführung vom Kot getrennt. Mit zunehmenden Kot- und Harnmengen steigt mit der Lebendmasse der Schweine die Entmistungshäufigkeit von mehrmals täglich auf bis zu 12 Entmistungsvorgänge je Tag an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schieber muss vollautomatisch gesteuert werden, damit die Reinigung auch ohne Tierbetreuer erfolgen kann. Zur Dokumentation muss der Schieberbetrieb automatisch erfasst und aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Maßnahme kann in allen Haltungsabschnitten der Schweinehaltung eingesetzt werden. Die Technik ist sowohl für voll- als auch für teilperforierte Buchtenböden geeignet, unabhängig davon, ob die Gebäudehülle geschlossen oder offen ist oder sie in Ausläufen betrieben wird. Die Nachrüstung von Ställen ist möglich. Das Prinzip funktioniert auch, wenn geringe Mengen Stroh oder Heu in den Kanal gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der RIchtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivtierhaltung oder-aufzucht von Geflügel und Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landrain, Brigitte; Ramonet, Yannick; Quillien, Jean-Pierre; Robin, Paul (2009): Incidence de la mise en place d’un système de raclage en préfosse dans une porcherie d’engraissement sur caillebotis intégral sur les performances zootechniques et les émissions d’ammoniac et de protoxyde d’azote. In: Journées Recherche Porcine (41), S. 259–264. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2009/enviro/env01.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lousssouarn, Aurore; Lagadec, Sòlene; Robin, Paul; Hassouna, Mélynda (2014): Raclage en « V » : bilan environnemental et zootechnique lors de sept années de fonctionnement à Guernévez. In: Journées Recherche Porcine (46), S. 199–204. Online verfügbar unter http://www.journees-recherche-porcine.com/texte/2014/environnement/3E3.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7554</id>
		<title>Güllekühlung</title>
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		<updated>2024-03-14T15:19:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v.a. die Temperatur an der Gülleoberfläche herabsenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. &lt;br /&gt;
Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1 und 2), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abb. 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: 3D-Ansicht von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung Kühlleitungen 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden.&lt;br /&gt;
Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe.&lt;br /&gt;
Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung, in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7553</id>
		<title>Güllekühlung</title>
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		<updated>2024-03-14T15:17:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v.a. die Temperatur an der Gülleoberfläche herabsenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin ) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. &lt;br /&gt;
Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1 und 2), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abb. 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: 3D-Ansicht von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung Kühlleitungen 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden.&lt;br /&gt;
Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe.&lt;br /&gt;
Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7552</id>
		<title>Güllekühlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7552"/>
		<updated>2024-03-14T15:14:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: Änderung 7532 von CU (Diskussion) rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v.a. die Temperatur an der Gülleoberfläche herabsenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abbildung 1 und 2), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abbildung 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderung der Ammoniakemissionen beträgt je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: 3D-Ansicht von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung Kühlleitungen 2D Legende.svg|Abb. 2: Beschriftete 2D-Zeichnung von Kühlleitungen im Boden des Güllekanals&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementempfehlungen ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe. Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7551</id>
		<title>Güllekühlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7551"/>
		<updated>2024-03-14T15:12:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: Änderung 7533 von CU (Diskussion) rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v. a. die Temperatur an der Gülleoberfläche absenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abbildung 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderung der Ammoniakemissionen beträgt je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementempfehlungen ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe. Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7550</id>
		<title>Güllekühlung</title>
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		<updated>2024-03-14T15:11:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: Änderung 7534 von CU (Diskussion) rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v. a. die Temperatur an der Gülleoberfläche absenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abbildung 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderung der Ammoniakemissionen beträgt je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kühlleitungen 3D.png|alternativtext=Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|mini|Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|zentriert|800x800px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementempfehlungen ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe. Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7549</id>
		<title>Güllekanalverkleinerung durch geneigte Seitenwände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7549"/>
		<updated>2024-03-14T14:59:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verkleinerte Güllekanäle werden in der Schweinehaltung sowohl in teil- als auch in vollperforierten Buchten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen eingesetzt. Schräge Kanalwände reduzieren die emittierende Oberfläche der Gülle und sorgen dafür, dass sich die Oberfläche nur mit zunehmender Güllemenge vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 32 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023). Durch die Kombination mit Molke als Güllezusatz oder Benzoesäure als Futterzusatz war eine höhere Minderungsleistung möglich. In niederländischen Messungen konnten die Ammoniakemissionen um bis zu 50 % reduziert werden (lenW 2016a, b, c). Die Güllekanalverkleinerung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die geneigten Kanalwände verjüngt sich der Kanal zur Güllekanalsohle (Abbildung 1 und Abbildung 2). Im Vergleich zu rechteckigen Güllekanälen ist die emittierende Oberfläche der Gülle vor allem bei geringen Füllmengen deutlich verringert. Durch die reduzierte Oberfläche kann weniger Ammoniak entweichen, da der Einfluss der Luftbewegung auf die Emission gemindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip setzt voraus, dass Kot und Harn nicht auf den geneigten Kanalwänden liegen bleiben. Neben der Neigung entscheidet auch das Material der Wände darüber, wie hoch der „Selbstreinigungsgrad“ der Wände ist; diese sollten daher aus einem glatten Material beschaffen sein.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Güllewannen.png|Abbildung 1: Güllekanalverkleinerung im teilperforierten System mit mittiger, heiz- oder kühlbarer planbefestigter Liegefläche und symmetrischen Güllewannen. Der Kanal unter dem Fressbereich (links) ist kleiner als der Kanal unter dem Kotbereich (rechts). (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Varianten 2D.svg|Abbildung 2: V-förmige Güllekanäle bei voll- und teilperforierten Böden (© KTBL)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführungen ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich bei der Ausführung der Kanalwände zu beachten (lenW 2016 a, b, c):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Neigungswinkel symmetrischer Güllekanäle liegt zwischen 45 und 60°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Neigungswinkel bei asymmetrischen Güllekanälen sind: eine Seite &amp;gt; 45° und die andere Seite &amp;gt; 60°; Kanäle mit einer Schrägwand sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei teilperforierten Böden mit asymmetrischen Kanälen sollte die weniger geneigte Kanalwand der planbefestigten Fläche zugewandt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die erforderliche Selbstreinigung weisen beispielsweise einsetzbare Wannen aus Polyester, Glasfaser verstärktem Polyester, Polyethylen oder rostfreiem Stahl auf.     Es können auch einzelne Schrägwände aus Polypropylen oder Polyethylen an der Betonsohle und der Wand des Güllekanals montiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei Verwendung von Schrägwänden ist ein Überlauf erforderlich, dieser darf jedoch nicht zur dauerhaften Entmistung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In Buchten sollte der Anteil der planbefestigen Fläche mindestens 30 % bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei zwei Kanälen sollte die perforierte Fläche des Fressbereichs kleiner sein als die perforierte Fläche des Kotbereichs, da im Fressbereich vor allem Wasser und Futterreste anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Emissionsfläche des Güllekanals in Buchten mit teilperforierten Böden sollte je Tierplatz maximal wie folgt groß sein: Aufzuchtferkel 0,13 m², Mastschwein 0,27&amp;amp;nbsp;m², Sau 1,1 m² (Abferkelbereich) und 0,55 m² (Deck- und Wartebereich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Ablassen der Gülle erfolgt über ein Kunststoffrohr am Boden des Kanals (Rohrentmistung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Die Gülle wird spätestens bei maximal zulässiger Emissionsfläche bzw. Stauhöhe abgelassen. In der Mast, der Ferkelaufzucht oder in [[Rein-Raus-Verfahren|Rein-Raus-Verfahren]] sollten die Wände der entleerten Kanäle aus hygienischen Gründen spätestens am Durchgangsende gereinigt werden. Für eine optimale Emissionsminderungsleistung wird empfohlen, die Gülle alle zwei Tage oder zweimal in der Woche in ein externes Güllelager abzuführen, beispielsweise durch eine Rohrentmistung oder ein Spülsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Neubelegung einer Bucht sollten die Kanälen 10 cm hoch mit Wasser gefüllt werden, damit die zuerst anfallenden Exkremente nicht am Boden anhaften (lenW 2016 a, b, c). Zur Dokumentation der Betriebsweise muss das Ablassen der Gülle aus den Kanälen aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Verkleinerte Güllekanäle sind für alle Abschnitte der Schweinehaltung geeignet. Ställe können nachgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016a): Schuine wand in het mestkanaal voor gespeende biggen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_01_schuine_wand_gespeende_biggen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016b): Schuine wand in het mestkanaal voor kraamzeugen en vleesvarkens. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_02_schuine_wand_kraamzeugen_en_vleesvarkens.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016c): Schuine wand in het mestkanaal voor guste en dragende zeugen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_03_schuine_wand_guste_en_dragende_zeugen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7548</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
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		<updated>2024-03-14T14:58:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abb. 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abb. 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abb. 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abb. 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte bei Auswertung der Messdaten aus dem Winter eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt [https://eip-rind.de/ EIP Rind] erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7547</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7547"/>
		<updated>2024-03-14T14:57:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abbildung 1 und Abbildung 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abbildung 3 und Abbildung 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abbildung 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abbildung 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abbildung 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abbildung 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost&amp;lt;/nowiki&amp;gt;, Zugriff am 16.03.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7546</id>
		<title>Planbefestigter Rillenboden mit Profil</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7546"/>
		<updated>2024-03-14T14:57:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Planbefestigter Rillenboden mit Profil zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Der planbefestigter Stallboden besteht aus einer profilierten Oberfläche, die mit Rillen versehen ist (Abbildung 1). Flüssigkeiten werden durch ein beidseitiges Gefälle des Oberflächenprofils von 3 bis 4 % zu den Rillen hin zügig abgeleitet (Abbildung 2). Entweder ist der Boden mit Gummimatten oder Gummieinlagen im Oberflächenprofil ausgestattet. Die Gummimatten sind auf der Unterseite mit Noppen versehen, wodurch sich das Material bei Belastung verformt und somit gut begehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gerillte Oberfläche ist ein zügiger Abfluss von Flüssigkeiten möglich. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären Schieber, der auch die Rillen räumt, regelmäßig abgeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielte positive Umwelteffekte ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen geht ebenso eine Reduktion der Geruchsemission einher. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Dieser Boden wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) untersucht und zeigte hinsichtlich der Minderungswirkung uneinheitliche Ergebnisse. Die ursprünglich aufgrund von Literaturangaben zu erwartende Minderungsleistung konnte nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten planbefestigten Rillenböden zeigten keine gesicherte Minderungswirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niederländischen Case-Control-Messungen zufolge werden durch den Boden die Ammoniakemissionen um 31 - 35 % (Emissionsfaktor: 8,5 - 9,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert. Als Referenz wurde ein Vollspaltenboden (Rav code: A 1.100) herangezogen (Winkel et al. 2020). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist jedoch nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss eine an die Rillenform angepasste Schieberlippe aufweisen. Um das Antrocknen des Kots zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf. Zudem ist durch die zusätzliche Befeuchtung der Lauffläche mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gummierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Umbauten sind jedoch mit einem höheren technischen Aufwand verbunden, da der bestehende Boden vorher bearbeitet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigter Rillenboden mit Profil&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|550&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;645,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;438,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|55,00&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|8,30&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|16,50&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;90,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;61,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;165,60&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;111,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Gummiauflage wird auf den vorhandenen planbefestigten Boden aufgelegt und fixiert. Dazu ist bei Bestandbauten eine gründliche Reinigung des Bodens notwendig. Die Gummiauflage kostet 75 - 110 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 550 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 375 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 80,90 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 55,20 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. In einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP RInd]) wird diese Technik in Praxisställen getestet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), pp. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021c): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2013-07-v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkel, A.; Bokma, S.; Hol, J.; Blanken, K. (2020): Ammonia emission of the MeadowFloor CL for dairy barns – A case-control study in the Environmental Research Barn of Dairy Campus. Report 1275, Wageningen, https://www.doi.org/10.18174/531749&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7544</id>
		<title>Planbefestigter Rillenboden mit Profil</title>
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		<updated>2024-03-14T14:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 10 Musteranlagen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Planbefestigter Rillenboden mit Profil zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid, profiled floor with grooves&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Der planbefestigter Stallboden besteht aus einer profilierten Oberfläche, die mit Rillen versehen ist (Abbildung 1). Flüssigkeiten werden durch ein beidseitiges Gefälle des Oberflächenprofils von 3 bis 4 % zu den Rillen hin zügig abgeleitet (Abbildung 2). Entweder ist der Boden mit Gummimatten oder Gummieinlagen im Oberflächenprofil ausgestattet. Die Gummimatten sind auf der Unterseite mit Noppen versehen, wodurch sich das Material bei Belastung verformt und somit gut begehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gerillte Oberfläche ist ein zügiger Abfluss von Flüssigkeiten möglich. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären Schieber, der auch die Rillen räumt, regelmäßig abgeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielte positive Umwelteffekte ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen geht ebenso eine Reduktion der Geruchsemission einher. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Dieser Boden wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) untersucht und zeigte hinsichtlich der Minderungswirkung uneinheitliche Ergebnisse. Die ursprünglich aufgrund von Literaturangaben zu erwartende Minderungsleistung konnte nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten planbefestigten Rillenböden zeigten keine gesicherte Minderungswirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niederländischen Case-Control-Messungen zufolge werden durch den Boden die Ammoniakemissionen um 31 - 35 % (Emissionsfaktor: 8,5 - 9,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert. Als Referenz wurde ein Vollspaltenboden (Rav code: A 1.100) herangezogen (Winkel et al. 2020). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist jedoch nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss eine an die Rillenform angepasste Schieberlippe aufweisen. Um das Antrocknen des Kots zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf. Zudem ist durch die zusätzliche Befeuchtung der Lauffläche mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gummierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Umbauten sind jedoch mit einem höheren technischen Aufwand verbunden, da der bestehende Boden vorher bearbeitet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigter Rillenboden mit Profil&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|550&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;645,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;438,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|55,00&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|8,30&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|16,50&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;90,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;61,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;165,60&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;111,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Gummiauflage wird auf den vorhandenen planbefestigten Boden aufgelegt und fixiert. Dazu ist bei Bestandbauten eine gründliche Reinigung des Bodens notwendig. Die Gummiauflage kostet 75 - 110 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 550 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 375 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 80,90 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 55,20 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. In einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP RInd]) wird diese Technik in Praxisställen getestet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), pp. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021c): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2013-07-v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkel, A.; Bokma, S.; Hol, J.; Blanken, K. (2020): Ammonia emission of the MeadowFloor CL for dairy barns – A case-control study in the Environmental Research Barn of Dairy Campus. Report 1275, Wageningen, https://www.doi.org/10.18174/531749&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7542</id>
		<title>Planbefestigter Rillenboden mit Profil</title>
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		<updated>2024-03-14T14:54:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Planbefestigter Rillenboden mit Profil zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid, profiled floor with grooves&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Der planbefestigter Stallboden besteht aus einer profilierten Oberfläche, die mit Rillen versehen ist (Abbildung 1). Flüssigkeiten werden durch ein beidseitiges Gefälle des Oberflächenprofils von 3 bis 4 % zu den Rillen hin zügig abgeleitet (Abbildung 2). Entweder ist der Boden mit Gummimatten oder Gummieinlagen im Oberflächenprofil ausgestattet. Die Gummimatten sind auf der Unterseite mit Noppen versehen, wodurch sich das Material bei Belastung verformt und somit gut begehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gerillte Oberfläche ist ein zügiger Abfluss von Flüssigkeiten möglich. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären Schieber, der auch die Rillen räumt, regelmäßig abgeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielte positive Umwelteffekte ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen geht ebenso eine Reduktion der Geruchsemission einher. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Dieser Boden wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) untersucht und zeigte hinsichtlich der Minderungswirkung uneinheitliche Ergebnisse. Die ursprünglich aufgrund von Literaturangaben zu erwartende Minderungsleistung konnte nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten planbefestigten Rillenböden zeigten keine gesicherte Minderungswirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niederländischen Case-Control-Messungen zufolge werden durch den Boden die Ammoniakemissionen um 31 - 35 % (Emissionsfaktor: 8,5 - 9,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert. Als Referenz wurde ein Vollspaltenboden (Rav code: A 1.100) herangezogen (Winkel et al. 2020). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist jedoch nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss eine an die Rillenform angepasste Schieberlippe aufweisen. Um das Antrocknen des Kots zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf. Zudem ist durch die zusätzliche Befeuchtung der Lauffläche mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gummierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Umbauten sind jedoch mit einem höheren technischen Aufwand verbunden, da der bestehende Boden vorher bearbeitet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigter Rillenboden mit Profil&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|550&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;645,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;438,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|55,00&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|8,30&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|16,50&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;90,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;61,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;165,60&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;111,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Gummiauflage wird auf den vorhandenen planbefestigten Boden aufgelegt und fixiert. Dazu ist bei Bestandbauten eine gründliche Reinigung des Bodens notwendig. Die Gummiauflage kostet 75 - 110 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 550 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 375 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 80,90 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 55,20 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. In einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP RInd]) wird diese Technik in Praxisställen getestet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), pp. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021c): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2013-07-v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkel, A.; Bokma, S.; Hol, J.; Blanken, K. (2020): Ammonia emission of the MeadowFloor CL for dairy barns – A case-control study in the Environmental Research Barn of Dairy Campus. Report 1275, Wageningen, https://www.doi.org/10.18174/531749&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7541</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7541"/>
		<updated>2024-03-14T14:50:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid barn floor with a cross slope and urine-collection channel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abb. 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abb. 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abb. 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abb. 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte bei Auswertung der Messdaten aus dem Winter eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt [https://eip-rind.de/ EIP Rind] erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7540</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7540"/>
		<updated>2024-03-14T14:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid barn floor with a cross slope and urine-collection channel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abb. 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abb. 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abb. 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abb. 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte eine  eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 38 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57&amp;amp;nbsp;kg&amp;amp;nbsp;NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 31,44 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 16,04 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 1,82 € auf die Fixkosten für die Technik und 13,58 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Tierplätzen liegen die Gesamtkosten bei 23,20 € je Tierplatz und Jahr mit 13,36 € jährliche Gebäudekosten, 0,78 € feste Kosten Technik und 9,05 € variable Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch diese gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt [https://eip-rind.de/ EIP Rind] erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7539</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
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		<updated>2024-03-14T14:46:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid barn floor with a cross slope and urine-collection channel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abbildung 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abbildung 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 38 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57&amp;amp;nbsp;kg&amp;amp;nbsp;NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 31,44 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 16,04 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 1,82 € auf die Fixkosten für die Technik und 13,58 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Tierplätzen liegen die Gesamtkosten bei 23,20 € je Tierplatz und Jahr mit 13,36 € jährliche Gebäudekosten, 0,78 € feste Kosten Technik und 9,05 € variable Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch diese gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 10 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt [https://eip-rind.de/ EIP Rind] erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7538</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
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		<updated>2024-03-14T14:43:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Perforated, profiled floor with a reduced number of slits and sealing flaps&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abbildung 1 und Abbildung 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abbildung 3 und Abbildung 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abbildung 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abbildung 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abbildung 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abbildung 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost&amp;lt;/nowiki&amp;gt;, Zugriff am 16.03.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7535</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7535"/>
		<updated>2024-03-14T14:38:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Perforated, profiled floor with a reduced number of slits and sealing flaps&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abbildung 1 und Abbildung 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abbildung 3 und Abbildung 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abbildung 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abbildung 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abbildung 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abbildung 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 46 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 25,51 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 8,24 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 3,12 € auf die Fixkosten für die Technik und 14,16 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Kuhplätzen betragen die Kosten 18,23 € je Tierplatz und Jahr mit jährlichen Gebäudekosten von 7,69 €, Fixkosten von 0,78 € und laufenden Kosten von 9,77 €.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch die gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7534</id>
		<title>Güllekühlung</title>
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		<updated>2024-03-14T14:35:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 1 Funktionsprinzip */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v. a. die Temperatur an der Gülleoberfläche absenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abb. 2), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kühlleitungen 3D.png|alternativtext=Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|mini|Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|zentriert|800x800px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7533</id>
		<title>Güllekühlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7533"/>
		<updated>2024-03-14T14:30:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 2.1 Kühlleitungen im Boden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v. a. die Temperatur an der Gülleoberfläche absenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abbildung 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderung der Ammoniakemissionen beträgt je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kühlleitungen 3D.png|alternativtext=Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|mini|Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)|zentriert|800x800px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementempfehlungen ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe. Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7532</id>
		<title>Güllekühlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllek%C3%BChlung&amp;diff=7532"/>
		<updated>2024-03-14T14:27:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zur Kühlung der Gülle können entweder Kühlleitungen verwendet werden, die in den Boden des Güllekanals einbetoniert werden, oder aber Schwimmkühlkörper, die v. a. die Temperatur an der Gülleoberfläche absenken. Die Güllekühlung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einsatz von Schwimmkühlkörpern in Mastschweineställen wurde in Deutschland im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) eine Minderung um 47 % bei einer Gülletemperatur von 15 °C gemessen. Die Kühlleitungen wurden in der Ferkelerzeugung eingesetzt und erreichten im Mittel eine Minderung um 30 % über alle Haltungsabschnitte (Abferkel-, Besamungs-, und Wartebereich) bei einer Gülletemperatur von 17 °C. Laut Literatur beträgt die Minderung der Ammoniakemissionen je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; Schwimmkühlkörper, schwimmende Kühlrippen, Kühlleitungen im Boden, Kühlschläuche im Kanalboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; slurry cooling channels (BVT), slurry surface cooling fins (BVT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__FORCETOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch das Absenken der Gülletemperatur werden die chemischen Prozesse in der Gülle verlangsamt – es emittiert weniger Ammoniak. Außerdem wird die Aktivität der Mikroorganismen und damit der Abbau der organischen Substanz gemindert. Aus diesem Grund sind durch die Güllekühlung auch geringere Geruchsemissionen zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stehen zwei verschiedene Verfahren zum Kühlen der Gülle zur Verfügung: Kühlleitungen (Abb. 1), die in die Kanalsohle einbetoniert werden, und Schwimmkühlkörper (Abbildung 3 und 4), die in der Gülle aufschwimmen. Beide Varianten werden mit einer Wärmepumpe kombiniert, die es ermöglicht, die gewonnene Wärme an anderer Stelle zu nutzen (z. B. zum Heizen der Ställe oder Speicherung in einem Wärmespeicher). Als Kühlmittel dient in der Regel Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderung der Ammoniakemissionen beträgt je nach Verfahren und Kühlleistung 30 bis 60 % (ETA-Danmark 2017, Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.1 Kühlleitungen im Boden =====&lt;br /&gt;
Kühlleitungen werden in die mindestens 18 cm starke Bodenplatte einbetoniert, liegen auf der Bewehrung auf und sind 10 bis 12 cm mit Beton überdeckt. Ihre Verlegung erfolgt in einem Abstand von 35 bis 40 cm. Zum Einsatz kommen PE-Kühlleitungen mit einem Durchmesser von ca. 25 mm. Der Güllekanal sollte eine Tiefe von nicht mehr als 40 cm haben.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kühlleitungen 3D.png|Abb. 1: Güllekühlung mittels im Boden verlegten, auf der Bewehrung aufliegenden Kühlleitungen (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 2.2 Schwimmkühlkörper =====&lt;br /&gt;
Schwimmkühlkörper schwimmen knapp unterhalb der Gülleoberfläche und decken diese nahezu vollständig ab. Für eine gleichmäßige Kühlung sind alle Schwimmkörper eines Güllekanals in Serie zu verbinden und eine Parallelverbindung zwischen den Güllekanälen herzustellen. Die Schwimmkörper bestehen aus Kunststoff oder Metall und müssen beständig gegen Korrosion und etwaige Güllezusätze sein. Weiter sollte die Ausrüstung eine Leckageerkennung und ein Ventil umfassen, das im Falle eines Wasserdruckabfalls in den Schwimmkühlkörpern die Wasserzufuhr unterbricht. Zur Dokumentation der Funktion sollte die Anlage Einrichtungen zum Erfassen und Aufzeichnen der Gülletemperatur zumindest in einzelnen Buchten von Abteilen, der Kühlleistung mit einem Energiezähler und der Betriebsstunden an der Wärmepumpe sowie eine Alarmeinrichtung aufweisen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schwimmende Kühlrippen 3D.png|Abb. 3: 3D-Ansicht von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
Datei:Güllekühlung schwimmende Kühlrippen 2D Legende.svg|Abb. 4: Beschriftete 2D-Zeichnung von Schwimmkühlkörpern im Güllekanal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementempfehlungen ====&lt;br /&gt;
Zur Minderung der Ammoniakemissionen sollte die Gülleoberfläche auf maximal 15 °C gekühlt werden. Durch eine weitere Temperaturabsenkung können auch Methan- und Geruchsemissionen gemindert werden. Beim Einsatz von Kühlleitungen im Boden wird das Kühlen der Gülle auf eine Temperatur von 5 °C empfohlen, auch deutlicheres Kühlen auf unter 0 °C ist mit entsprechenden Kühlmitteln möglich, mindert jedoch die Effizienz der Wärmepumpe. Die Spaltenbodenelemente sollten täglich mit einer Schieberentmistung gereinigt werden. Alternativ sollten die Güllekanäle regelmäßig entleert bzw. gespült werden, da die Kühlleistung der Wärmepumpen in der Regel nicht auf große Güllemengen ausgelegt ist. Bei Schwimmkühlkörpern wird die Kühlung der Gülleoberfläche durch die Güllemenge nicht beeinträchtigt, sodass dieses Verfahren auch bei der Lagerung von Gülle unter den Spalten (kein zusätzliches Außenlager) eingesetzt werden kann. Damit die Kühlkörper schwimmen können und Kontakt zur Gülle haben, dürfen die Güllekanäle nicht vollständig geleert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Weitere Informationen ====&lt;br /&gt;
{| class = &amp;quot;tableTest&amp;quot; style=&amp;quot;border: 2px solid #182378; border-spacing: 0; width: 1200px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#182378; color: white; font-weight: 600; border: 0px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Tiergerechtheit&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Umwelt&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
:Ökonomie&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Schadgaskonzentration (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) im Stall verringert die Gefahr einer Schädigung der oberen Atemwege und der Lunge (Bachmann et al. 2007)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;border-right:2px solid #182378; width: 33%;padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &lt;br /&gt;
*Schwimmkühlkörper: 45-75 % NH3-Emissionsminderung  (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Kühlleitungen: &lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Vakuumentmistung: NH3-Minderung (%) = 0,85x – 0,004x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 30 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Ammoniakemissionen bei Entmistung mit Unterflurschieber: NH3-Minderung (%) = 1,66x – 0,02x², wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 34 % Minderung anerkannt (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
**Berechnung Minderung der Geruchsemissionen: Geruchsminderung (%) = 0,77x, wobei x = Kühlleistung in W/m², max. werden in DK jedoch 20 % Minderung anerkannt, wenn der Dauerbetrieb der Güllekühlung nachgewiesen werden kann (ETA-Danmark 2017)&lt;br /&gt;
*Eine Minderung der Methanemissionen durch die Güllekühlung wird erwartet, wurde jedoch noch nicht untersucht (Santonja et al. 2017)&lt;br /&gt;
*Mit dem Einsatz von 1 kWh Strom können zwischen 2,5 und 4 kWh Wärme gewonnen werden (AHDB 2019, Pommer 2019) --&amp;gt; CO2-Emissionen sinken (Pommer 2019)&lt;br /&gt;
|style = &amp;quot;width: 33%; padding-left: 5px; vertical-align:top; padding-top: 5px; padding-bottom: 5px&amp;quot; colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 47-59 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 2 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Mastschweine, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 25 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Schwimmkühlkörper:&lt;br /&gt;
**Material: 368-460 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: + 10 €/TP bei Nachrüstung&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Investition Sauen, Kühlleitungen im Boden:&lt;br /&gt;
**Material: 94 €/TP inkl. Wärmepumpe (KTBL 2020) &lt;br /&gt;
**Lieferung: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Einbau: nicht inbegriffen&lt;br /&gt;
**Weitere Kosten: keine&lt;br /&gt;
**Rückbau und Entsorgung bei Umbau: keine Kostenangabe möglich&lt;br /&gt;
*Laufende Kosten: Energieverbrauch für Wärmepumpe&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Die Güllekühlung kann in allen Abschnitten der Sauenhaltung sowie in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast eingesetzt werden. Sie eignet sich insbesondere für Betriebe, die die gewonnene Wärme beispielsweise zum Heizen nutzen können. In den Niederlanden besteht unter Einhaltung einiger Vorgaben die Möglichkeit, die Güllekühlung mit Grundwasser vorzunehmen und das Wasser anschließend zurück in den Boden zu leiten. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Entnahme und Rückleitung von Grundwasser möglich ist, ist mit den Behörden vor Ort zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kühlleitungen sind für die Nachrüstung weniger geeignet. Schwimmkühlkörper sind hingegen nachrüstbar, können jedoch aufgrund der Schwimmschichtbildung nicht in eingestreuten Ställen eingesetzt werden (Santonja et al. 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
AHDB (2019): Cooling pig slurry to reduce gaseous emissions., Agriculture and Horticulture Development Board, https://projectblue.blob.core.windows.net/media/Default/Pork/Documents/SlurryCoolingGuide1939_190704_WEB.pdf, access 29.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bachmann, K.; Köppler, J.; Vergara; Frosch, W.; Zucker, B.-A. (2007): Stallklima – Tiergesundheit. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Heft 7/2007, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-ds-1210774260109-65764, Zugriff am 02.03.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ETA-Danmark (2017): Gyllekølings reducerende effekt på ammoniak- og lugtemission. MELT indstilling - Optagelse på Miljøstyrelsens Teknologiliste. Nordhavn, ETA-Danmark, https://mst.dk/media/169086/indstilling-af-gyllekoeling-stalde-med-linespil-mediearkiv.pdf, Zugriff am 14.04.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holm, M.; Sørensen, K.B.; Nielsen, M.F. (2017): Ammoniak- og lugtreduktion ved gyllekøling i slagtesvinestalde. Meddelelse Nr. 1105, SEGES Svineproduktion, https://svineproduktion.dk/publikationer/kilder/lu_medd/2017/1105, Zugriff am 12.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW (2020): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav). BWL 2019.05. Den Haag, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2019-05.pdf, Zugriff am 14.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jørgensen, M.; Riis, A.L.; Pedersen, P. (2015): Effekten af gyllekøling i slagtesvinetier med drænet gulv i lejeareal. Erfaring 1312, Videncenter for svineproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pommer, R. (2019): Wärmerückgewinnung aus Gülle. Köllitsch, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/34584, Zugriff am 10.04.21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santonja, G.G.; Geiorgitzikis, K.; Scalet, B.M.; Montobbio, P.; Roudier, S.; Sancho, L.D. (2017): Best Available Techniques (BAT) Reference Document for the Intensive Rearing of Poultry or Pigs. Industrial Emissions Directive 2010/75/EU (Integrated Pollution Prevention and Control). EUR 28674 EN, Luxembourg, European Union&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7531</id>
		<title>Güllekanalverkleinerung durch geneigte Seitenwände</title>
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		<updated>2024-03-14T14:23:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verkleinerte Güllekanäle werden in der Schweinehaltung sowohl in teil- als auch in vollperforierten Buchten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen eingesetzt. Schräge Kanalwände reduzieren die emittierende Oberfläche der Gülle und sorgen dafür, dass sich die Oberfläche nur mit zunehmender Güllemenge vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 32 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023). Durch die Kombination mit Molke als Güllezusatz oder Benzoesäure als Futterzusatz war eine höhere Minderungsleistung möglich. In niederländischen Messungen konnten die Ammoniakemissionen um bis zu 50 % reduziert werden (lenW 2016a, b, c). Die Güllekanalverkleinerung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die geneigten Kanalwände verjüngt sich der Kanal zur Güllekanalsohle (Abbildung 1 und Abbildung 2). Im Vergleich zu rechteckigen Güllekanälen ist die emittierende Oberfläche der Gülle vor allem bei geringen Füllmengen deutlich verringert. Durch die reduzierte Oberfläche kann weniger Ammoniak entweichen, da der Einfluss der Luftbewegung auf die Emission gemindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip setzt voraus, dass Kot und Harn nicht auf den geneigten Kanalwänden liegen bleiben. Neben der Neigung entscheidet auch das Material der Wände darüber, wie hoch der „Selbstreinigungsgrad“ der Wände ist; diese sollten daher aus einem glatten Material beschaffen sein.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Güllewannen.png|Abbildung 1: Güllekanalverkleinerung im teilperforierten System mit mittiger, heiz- oder kühlbarer planbefestigter Liegefläche und symmetrischen Güllewannen. Der Kanal unter dem Fressbereich (links) ist kleiner als der Kanal unter dem Kotbereich (rechts). (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Varianten 2D.svg|Abbildung 2: V-förmige Güllekanäle bei voll- und teilperforierten Böden (© KTBL)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführungen ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich bei der Ausführung der Kanalwände zu beachten (lenW 2016 a, b, c):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Neigungswinkel symmetrischer Güllekanäle liegt zwischen 45 und 60°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Neigungswinkel bei asymmetrischen Güllekanälen sind: eine Seite &amp;gt; 45° und die andere Seite &amp;gt; 60°; Kanäle mit einer Schrägwand sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei teilperforierten Böden mit asymmetrischen Kanälen sollte die weniger geneigte Kanalwand der planbefestigten Fläche zugewandt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die erforderliche Selbstreinigung weisen beispielsweise einsetzbare Wannen aus Polyester, Glasfaser verstärktem Polyester, Polyethylen oder rostfreiem Stahl auf.     Es können auch einzelne Schrägwände aus Polypropylen oder Polyethylen an der Betonsohle und der Wand des Güllekanals montiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei Verwendung von Schrägwänden ist ein Überlauf erforderlich, dieser darf jedoch nicht zur dauerhaften Entmistung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In Buchten sollte der Anteil der planbefestigen Fläche mindestens 30 % bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei zwei Kanälen sollte die perforierte Fläche des Fressbereichs kleiner sein als die perforierte Fläche des Kotbereichs, da im Fressbereich vor allem Wasser und Futterreste anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Emissionsfläche des Güllekanals in Buchten mit teilperforierten Böden sollte je Tierplatz maximal wie folgt groß sein: Aufzuchtferkel 0,13 m², Mastschwein 0,27&amp;amp;nbsp;m², Sau 1,1 m² (Abferkelbereich) und 0,55 m² (Deck- und Wartebereich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Ablassen der Gülle erfolgt über ein Kunststoffrohr am Boden des Kanals (Rohrentmistung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Die Gülle wird spätestens bei maximal zulässiger Emissionsfläche bzw. Stauhöhe abgelassen. In der Mast, der Ferkelaufzucht oder in [[Rein-Raus-Verfahren|Rein-Raus-Verfahren]] sollten die Wände der entleerten Kanäle aus hygienischen Gründen spätestens am Durchgangsende gereinigt werden. Für eine optimale Emissionsminderungsleistung wird empfohlen, die Gülle alle zwei Tage oder zweimal in der Woche in ein externes Güllelager abzuführen, beispielsweise durch eine Rohrentmistung oder ein Spülsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Neubelegung einer Bucht sollten die Kanälen 10 cm hoch mit Wasser gefüllt werden, damit die zuerst anfallenden Exkremente nicht am Boden anhaften (lenW 2016 a, b, c). Zur Dokumentation der Betriebsweise muss das Ablassen der Gülle aus den Kanälen aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Verkleinerte Güllekanäle sind für alle Abschnitte der Schweinehaltung geeignet. Ställe können nachgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagenkamp-Korth, F.; Dehler, G.; Eurich-Menden, B.; Gallmann, E.; Grimm, E.; Hartung, E.; Horlacher, D.; Rößner, A.; Schulte, H.; Smirnov, A.; Wagner, K.; Wolf, U.; Wokel, L. (2023): Ammoniak- und Treibhausgasemissionen der Nutztierhaltung und Minderung – Schweinehaltung. Vortrag, Emissionen der Tierhaltung 2023 – erheben, beurteilen, mindern, 10./11. Oktober 2023, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016a): Schuine wand in het mestkanaal voor gespeende biggen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_01_schuine_wand_gespeende_biggen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016b): Schuine wand in het mestkanaal voor kraamzeugen en vleesvarkens. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_02_schuine_wand_kraamzeugen_en_vleesvarkens.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016c): Schuine wand in het mestkanaal voor guste en dragende zeugen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_03_schuine_wand_guste_en_dragende_zeugen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7530</id>
		<title>Güllekanalverkleinerung durch geneigte Seitenwände</title>
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		<updated>2024-03-14T14:20:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verkleinerte Güllekanäle werden in der Schweinehaltung sowohl in teil- als auch in vollperforierten Buchten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen eingesetzt. Schräge Kanalwände reduzieren die emittierende Oberfläche der Gülle und sorgen dafür, dass sich die Oberfläche nur mit zunehmender Güllemenge vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin) untersucht und zeigte eine Minderung der Ammoniakemissionen um 32 % (Hagenkamp-Korth et al. 2023). Durch die Kombination mit Molke als Güllezusatz oder Benzoesäure als Futterzusatz war eine höhere Minderungsleistung möglich. In niederländischen Messungen konnten die Ammoniakemissionen um bis zu 50 % reduziert werden (lenW 2016a, b, c). Die Güllekanalverkleinerung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die geneigten Kanalwände verjüngt sich der Kanal zur Güllekanalsohle ([[Abbildung 1]] und Abbildung 2). Im Vergleich zu rechteckigen Güllekanälen ist die emittierende Oberfläche der Gülle vor allem bei geringen Füllmengen deutlich verringert. Durch die reduzierte Oberfläche kann weniger Ammoniak entweichen, da der Einfluss der Luftbewegung auf die Emission gemindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip setzt voraus, dass Kot und Harn nicht auf den geneigten Kanalwänden liegen bleiben. Neben der Neigung entscheidet auch das Material der Wände darüber, wie hoch der „Selbstreinigungsgrad“ der Wände ist; diese sollten daher aus einem glatten Material beschaffen sein.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Güllewannen.png|Abbildung 1: Güllekanalverkleinerung im teilperforierten System mit mittiger, heiz- oder kühlbarer planbefestigter Liegefläche und symmetrischen Güllewannen. Der Kanal unter dem Fressbereich (links) ist kleiner als der Kanal unter dem Kotbereich (rechts); KTBL 2022&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Varianten 2D.svg|Abbildung 2: V-förmige Güllekanäle bei voll- und teilperforierten Böden; KTBL 2022&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführungen ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich bei der Ausführung der Kanalwände zu beachten (lenW 2016 a, b, c):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Neigungswinkel symmetrischer Güllekanäle liegt zwischen 45 und 60°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Neigungswinkel bei asymmetrischen Güllekanälen sind: eine Seite &amp;gt; 45° und die andere Seite &amp;gt; 60°; Kanäle mit einer Schrägwand sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei teilperforierten Böden mit asymmetrischen Kanälen sollte die weniger geneigte Kanalwand der planbefestigten Fläche zugewandt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die erforderliche Selbstreinigung weisen beispielsweise einsetzbare Wannen aus Polyester, Glasfaser verstärktem Polyester, Polyethylen oder rostfreiem Stahl auf.     Es können auch einzelne Schrägwände aus Polypropylen oder Polyethylen an der Betonsohle und der Wand des Güllekanals montiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei Verwendung von Schrägwänden ist ein Überlauf erforderlich, dieser darf jedoch nicht zur dauerhaften Entmistung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In Buchten sollte der Anteil der planbefestigen Fläche mindestens 30 % bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei zwei Kanälen sollte die perforierte Fläche des Fressbereichs kleiner sein als die perforierte Fläche des Kotbereichs, da im Fressbereich vor allem Wasser und Futterreste anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Emissionsfläche des Güllekanals in Buchten mit teilperforierten Böden sollte je Tierplatz maximal wie folgt groß sein: Aufzuchtferkel 0,13 m², Mastschwein 0,27&amp;amp;nbsp;m², Sau 1,1 m² (Abferkelbereich) und 0,55 m² (Deck- und Wartebereich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Ablassen der Gülle erfolgt über ein Kunststoffrohr am Boden des Kanals (Rohrentmistung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Die Gülle wird spätestens bei maximal zulässiger Emissionsfläche bzw. Stauhöhe abgelassen. In der Mast, der Ferkelaufzucht oder in [[Rein-Raus-Verfahren|Rein-Raus-Verfahren]] sollten die Wände der entleerten Kanäle aus hygienischen Gründen spätestens am Durchgangsende gereinigt werden. Für eine optimale Emissionsminderungsleistung wird empfohlen, die Gülle alle zwei Tage oder zweimal in der Woche in ein externes Güllelager abzuführen, beispielsweise durch eine Rohrentmistung oder ein Spülsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Neubelegung einer Bucht sollten die Kanälen 10 cm hoch mit Wasser gefüllt werden, damit die zuerst anfallenden Exkremente nicht am Boden anhaften (lenW 2016 a, b, c). Zur Dokumentation der Betriebsweise muss das Ablassen der Gülle aus den Kanälen aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Verkleinerte Güllekanäle sind für alle Abschnitte der Schweinehaltung geeignet. Ställe können nachgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016a): Schuine wand in het mestkanaal voor gespeende biggen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_01_schuine_wand_gespeende_biggen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016b): Schuine wand in het mestkanaal voor kraamzeugen en vleesvarkens. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_02_schuine_wand_kraamzeugen_en_vleesvarkens.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016c): Schuine wand in het mestkanaal voor guste en dragende zeugen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_03_schuine_wand_guste_en_dragende_zeugen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7528</id>
		<title>Güllekanalverkleinerung durch geneigte Seitenwände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=G%C3%BCllekanalverkleinerung_durch_geneigte_Seitenw%C3%A4nde&amp;diff=7528"/>
		<updated>2024-03-14T14:17:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verkleinerte Güllekanäle werden in der Schweinehaltung sowohl in teil- als auch in vollperforierten Buchten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen eingesetzt. Schräge Kanalwände reduzieren die emittierende Oberfläche der Gülle und sorgen dafür, dass sich die Oberfläche nur mit zunehmender Güllemenge vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweinehaltung können so die Ammoniakemissionen um bis zu 50 % reduziert werden (lenW 2016 a, b, c). Die Güllekanalverkleinerung zählt zu den emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung und entspricht der besten verfügbaren Technik (BVT) gemäß BVT-Schlussfolgerungen (EU 2017) und dem Stand der Technik nach TA Luft (2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Funktionsprinzip ====&lt;br /&gt;
Durch die geneigten Kanalwände verjüngt sich der Kanal zur Güllekanalsohle (Abb. 6). Im Vergleich zu rechteckigen Güllekanälen ist die emittierende Oberfläche der Gülle vor allem bei geringen Füllmengen deutlich verringert. Durch die reduzierte Oberfläche kann weniger Ammoniak entweichen, da der Einfluss der Luftbewegung auf die Emission gemindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip setzt voraus, dass Kot und Harn nicht auf den geneigten Kanalwänden liegen bleiben. Neben der Neigung entscheidet auch das Material der Wände darüber, wie hoch der „Selbstreinigungsgrad“ der Wände ist; diese sollten daher aus einem glatten Material beschaffen sein.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Güllewannen.png|Abbildung 1: Güllekanalverkleinerung im teilperforierten System mit mittiger, heiz- oder kühlbarer planbefestigter Liegefläche und symmetrischen Güllewannen. Der Kanal unter dem Fressbereich (links) ist kleiner als der Kanal unter dem Kotbereich (rechts); KTBL 2022&lt;br /&gt;
Datei:Güllekanalverkleinerung Varianten 2D.svg|Abbildung 2: V-förmige Güllekanäle bei voll- und teilperforierten Böden; KTBL 2022&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Bauliche Ausführungen ====&lt;br /&gt;
Folgende Punkte sind baulich bei der Ausführung der Kanalwände zu beachten (lenW 2016 a, b, c):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Neigungswinkel symmetrischer Güllekanäle liegt zwischen 45 und 60°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Neigungswinkel bei asymmetrischen Güllekanälen sind: eine Seite &amp;gt; 45° und die andere Seite &amp;gt; 60°; Kanäle mit einer Schrägwand sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei teilperforierten Böden mit asymmetrischen Kanälen sollte die weniger geneigte Kanalwand der planbefestigten Fläche zugewandt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die erforderliche Selbstreinigung weisen beispielsweise einsetzbare Wannen aus Polyester, Glasfaser verstärktem Polyester, Polyethylen oder rostfreiem Stahl auf.     Es können auch einzelne Schrägwände aus Polypropylen oder Polyethylen an der Betonsohle und der Wand des Güllekanals montiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei Verwendung von Schrägwänden ist ein Überlauf erforderlich, dieser darf jedoch nicht zur dauerhaften Entmistung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In Buchten sollte der Anteil der planbefestigen Fläche mindestens 30 % bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bei zwei Kanälen sollte die perforierte Fläche des Fressbereichs kleiner sein als die perforierte Fläche des Kotbereichs, da im Fressbereich vor allem Wasser und Futterreste anfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Emissionsfläche des Güllekanals in Buchten mit teilperforierten Böden sollte je Tierplatz maximal wie folgt groß sein: Aufzuchtferkel 0,13 m², Mastschwein 0,27&amp;amp;nbsp;m², Sau 1,1 m² (Abferkelbereich) und 0,55 m² (Deck- und Wartebereich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Ablassen der Gülle erfolgt über ein Kunststoffrohr am Boden des Kanals (Rohrentmistung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Managementhinweise ====&lt;br /&gt;
Die Gülle wird spätestens bei maximal zulässiger Emissionsfläche bzw. Stauhöhe abgelassen. In der Mast, der Ferkelaufzucht oder in [[Rein-Raus-Verfahren|Rein-Raus-Verfahren]] sollten die Wände der entleerten Kanäle aus hygienischen Gründen spätestens am Durchgangsende gereinigt werden. Für eine optimale Emissionsminderungsleistung wird empfohlen, die Gülle alle zwei Tage oder zweimal in der Woche in ein externes Güllelager abzuführen, beispielsweise durch eine Rohrentmistung oder ein Spülsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Neubelegung einer Bucht sollten die Kanälen 10 cm hoch mit Wasser gefüllt werden, damit die zuerst anfallenden Exkremente nicht am Boden anhaften (lenW 2016 a, b, c). Zur Dokumentation der Betriebsweise muss das Ablassen der Gülle aus den Kanälen aufgezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Einsatz ====&lt;br /&gt;
Verkleinerte Güllekanäle sind für alle Abschnitte der Schweinehaltung geeignet. Ställe können nachgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
EU (2017): Durchführungsbeschluss (EU) 2017/302 der Kommission vom 15. Februar 2017 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Intensivhaltung oder -aufzucht von Geflügel oder Schweinen. Amtsblatt der Europäischen Kommission, L 43/231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016a): Schuine wand in het mestkanaal voor gespeende biggen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_01_schuine_wand_gespeende_biggen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016b): Schuine wand in het mestkanaal voor kraamzeugen en vleesvarkens. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_02_schuine_wand_kraamzeugen_en_vleesvarkens.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lenW (2016c): Schuine wand in het mestkanaal voor guste en dragende zeugen. https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl2016_03_schuine_wand_guste_en_dragende_zeugen.pdf, Zugriff am 31.01.2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TA Luft (2021): Neufassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). AVwV vom 18. August 2021. Gemeinsames Ministerialblatt, 72. Jahrgang, Nr. 48-54, 14.09.2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Schwein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7526</id>
		<title>Planbefestigter Rillenboden mit Profil</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Rillenboden_mit_Profil&amp;diff=7526"/>
		<updated>2024-03-14T13:57:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 3 Umweltleistung und Betriebsdaten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel spiegelt den derzeitigen Kenntnisstand wider und wird nach Abschluss des [https://www.ktbl.de/themen/emimin/ Verbundvorhabens Emissionsminderung Nutztierhaltung (EmiMin)] aktualisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Planbefestigter Rillenboden mit Profil zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid, profiled floor with grooves&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Technische Beschreibung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.1 Bauliche Ausführung =====&lt;br /&gt;
Der planbefestigter Stallboden besteht aus einer profilierten Oberfläche, die mit Rillen versehen ist (Abbildung 1). Flüssigkeiten werden durch ein beidseitiges Gefälle des Oberflächenprofils von 3 bis 4 % zu den Rillen hin zügig abgeleitet (Abbildung 2). Entweder ist der Boden mit Gummimatten oder Gummieinlagen im Oberflächenprofil ausgestattet. Die Gummimatten sind auf der Unterseite mit Noppen versehen, wodurch sich das Material bei Belastung verformt und somit gut begehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Rillenboden mit Profil, Detailansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.2 Funktionsprinzip =====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gerillte Oberfläche ist ein zügiger Abfluss von Flüssigkeiten möglich. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären Schieber, der auch die Rillen räumt, regelmäßig abgeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielte positive Umwelteffekte ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen geht ebenso eine Reduktion der Geruchsemission einher. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Dieser Boden wurde im Verbundvorhanden Emissionsminderung Nutztierhaltung ([https://www.ktbl.de/themen/emimin EmiMin]) untersucht und zeigte hinsichtlich der Minderungswirkung uneinheitliche Ergebnisse. Die ursprünglich aufgrund von Literaturangaben zu erwartende Minderungsleistung konnte nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten planbefestigten Rillenböden zeigten keine gesicherte Minderungswirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niederländischen Case-Control-Messungen zufolge werden durch den Boden die Ammoniakemissionen um 31 - 35 % (Emissionsfaktor: 8,5 - 9,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert. Als Referenz wurde ein Vollspaltenboden (Rav code: A 1.100) herangezogen (Winkel et al. 2020). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist jedoch nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss eine an die Rillenform angepasste Schieberlippe aufweisen. Um das Antrocknen des Kots zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf. Zudem ist durch die zusätzliche Befeuchtung der Lauffläche mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte und gummierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Umbauten sind jedoch mit einem höheren technischen Aufwand verbunden, da der bestehende Boden vorher bearbeitet werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigter Rillenboden mit Profil&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|550&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;645,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;438,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|55,00&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|8,30&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|16,50&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;90,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;61,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;165,60&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;111,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Gummiauflage wird auf den vorhandenen planbefestigten Boden aufgelegt und fixiert. Dazu ist bei Bestandbauten eine gründliche Reinigung des Bodens notwendig. Die Gummiauflage kostet 75 - 110 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 550 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 375 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 80,90 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 55,20 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. In einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 50 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 22,68 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 11,08 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 1,37 € auf die Fixkosten für die Technik und 10,23 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Tierplätzen liegen die Gesamtkosten bei 15,16 € je Tierplatz und Jahr mit 7,56 € jährliche Gebäudekosten, 0,78 € feste Kosten Technik und 6,82 € variable Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch diese gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP RInd]) wird diese Technik in Praxisställen getestet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), pp. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021c): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://www.infomil.nl/publish/pages/130041/bwl-2013-07-v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winkel, A.; Bokma, S.; Hol, J.; Blanken, K. (2020): Ammonia emission of the MeadowFloor CL for dairy barns – A case-control study in the Environmental Research Barn of Dairy Campus. Report 1275, Wageningen, https://www.doi.org/10.18174/531749&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7525</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7525"/>
		<updated>2024-03-14T13:47:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 9 Musteranlagen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid barn floor with a cross slope and urine-collection channel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Technische Beschreibung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.1 Bauliche Ausführung =====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abbildung 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.2 Funktionsprinzip =====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abbildung 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 38 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57&amp;amp;nbsp;kg&amp;amp;nbsp;NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 31,44 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 16,04 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 1,82 € auf die Fixkosten für die Technik und 13,58 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Tierplätzen liegen die Gesamtkosten bei 23,20 € je Tierplatz und Jahr mit 13,36 € jährliche Gebäudekosten, 0,78 € feste Kosten Technik und 9,05 € variable Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch diese gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt [https://eip-rind.de/ EIP Rind] erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL (2020): Investitionsbedarf emissionsmindernder Maßnahmen. Interne Berechnungen, unveröffentlicht, Darmstadt, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7524</id>
		<title>Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Planbefestigter_Boden_mit_Quergef%C3%A4lle_und_Harnsammelrinne&amp;diff=7524"/>
		<updated>2024-03-14T13:44:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 1.1 Bauliche Ausführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne zur Reduzierung des Potenzials für Emissionen von Ammoniak und Geruch im Stall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Solid barn floor with a cross slope and urine-collection channel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Technische Beschreibung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.1 Bauliche Ausführung =====&lt;br /&gt;
Dieser planbefestigte Boden ist je nach Ausführung mit einem Quergefälle von mindestens 2 % und einer im Laufgang mittig befindlichen Harnsammelrinne versehen (Abbildung 1). Die Laufgangoberfläche besteht entweder aus Beton oder aus einer profilierten Gummimatte. Ein Flüssigmistkanal ist nicht erforderlich, je nach Produkt ist jedoch das Verlegen auf einem bereits vorhandenen Flüssigmistkanal möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht.png|Abbildung 1: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht.png|Abbildung 2: Planbefestigter Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne, Frontansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.2 Funktionsprinzip =====&lt;br /&gt;
Durch die Oberfläche und das Gefälle des Bodens zur Laufgangmitte ist ein schneller Abfluss von Flüssigkeiten hin zu einer Harnrinne möglich (Abbildung 2). So wird eine schnelle und kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen gemindert werden können. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit einem stationären, auf das Quergefälle abgestimmten Schieber, der auch die Harnrinne räumt, regelmäßig abgeschoben. Der Antrieb erfolgt über Seil- oder Kettenzugtechnik mit automatischer Steuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
In einem Versuchsstall in der Schweiz konnte eine Minderung von Ammoniak von 20 % gegenüber der Referenz ohne Gefälle nachgewiesen werden. Die Messungen erfolgten zeitgleich in zwei identischen Stallabteilen (Zähner et al. 2017). Nach Experteneinschätzungen wurde ebenso eine Minderung von 20 % (Konventionswert) angegeben (VDI 3894 Blatt 1). Messungen in den Niederlanden ergaben eine Reduktion von 38 % (8 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro TP und Jahr) (IenW 2021). Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Minderung der Ammoniakemissionen ist mit einer Reduktion der Geruchsemissionen zu rechnen. Andere Umwelteinwirkungen sind aktuell nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig (mindestens alle zwei Stunden) mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber zu reinigen. Der Schieber muss über einen Aufsatz verfügen, um gleichzeitig die Harnsammelrinne zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine regelmäßige Reinigung erhöht sich der Energiebedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt bisher nur bei Milchkühen. Die emissionsmindernde Wirkung wird nur in einstreulosen oder einstreuarmen Haltungsverfahren ohne Langstroh erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum planbefestigten Boden mit Quergefälle und Harnsammelrinne&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |          &#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|600&lt;br /&gt;
|500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|95,00&lt;br /&gt;
|63,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;695,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;563,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |     &#039;&#039;&#039;€/ (TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche  Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;88,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;73,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|60,00&lt;br /&gt;
|50,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|9,00&lt;br /&gt;
|7,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|18,00&lt;br /&gt;
|15,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|1,20&lt;br /&gt;
|1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;10,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;6,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|7,60&lt;br /&gt;
|5,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|1,70&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;98,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;80,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische  Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|59,60&lt;br /&gt;
|39,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|15,10&lt;br /&gt;
|10,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;74,70&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;49,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;172,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;130,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten entstehen zusätzliche Kosten für die Harnrinne von 58 - 60 € je Meter. Für die Betonierung des Gefälles können Mehrkosten von 1,4 - 2,2 €/m² veranschlagt werden. Das führt zu Mehrkosten von 100 - 120 €/m². Bei 5 m² Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 600 €/Tierplatz bei 100 Tierplätzen und von 500 €/Tierplatz bei 600 Tierplätzen zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) betragen 95 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen, bei 600 Tierplätzen 63 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95 € bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,67 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b). Der Einbau einer stationären Entmistungsanlage für die Reinigung der Laufgänge kostet bezogen auf Tierplatz und Jahr zwischen 95&amp;amp;nbsp;€ bei 100 Tierplätzen und 63 € bei 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen je nach Bestandsgröße zwischen 10,00 € bei 100 Tierplätzen und 6,70 € bei 600 Tierplätzen (KTBL 2016b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Schieberanlage entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 12 Reinigungsvorgänge pro Tag kann mit einer Laufzeit der Schieberanlage von 12 Stunden gerechnet werden. Ein einem Milchviehstall mit 100 Tierplätzen mit zwei Schieberanlagen werden bei einem Strombedarf von 1,5 kW/h pro Schieberanlage für den Antrieb etwa 66 kWh je Tierplatz und Jahr benötigt. Im Vergleich dazu liegt der Wert beim zweimaligen Betrieb pro Tag bei etwa 11 kWh je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Kuhplätzen laufen vier Schieberanlagen mit etwa 44 kWh je Tierplatz und Jahr bei 12 Reinigungsvorgängen am Tag. Wird nur zweimal täglich gereinigt, sinkt der Strombedarf auf 7 kWh je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die stationäre Entmistungsanlage betragen bei 100 Tierplätzen ca. 74,70 € je Tierplatz und Jahr und bei 600 Tierplätzen 49,80 €. Wird die Anlage nur zweimal pro Tag betrieben reduzieren sich die variablen Kosten auf 12,40 € je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen bzw. 8,30 € bei 600 Tierplätzen. Die Differenz beträgt 62,30 € und 41,50 € je Tierplatz und Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 38 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57&amp;amp;nbsp;kg&amp;amp;nbsp;NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 31,44 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 16,04 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 1,82 € auf die Fixkosten für die Technik und 13,58 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Tierplätzen liegen die Gesamtkosten bei 23,20 € je Tierplatz und Jahr mit 13,36 € jährliche Gebäudekosten, 0,78 € feste Kosten Technik und 9,05 € variable Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch diese gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden dieser Bauart wird aktuell im Projekt „Europäische Innovationspartnerschaft Bauen in der Rinderhaltung“ ([https://eip-rind.de/ EIP Rind]) in Praxisställen untersucht. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 0,3 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 5.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). In Deutschland hingegen ist nach Herstellerangaben diese Bauart mitunter am häufigsten verbreitet. Angaben zur Verbreitung liegen vom Hersteller vor und können über das KTBL und das Projekt EIP-Rind erfragt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – bwl-2013-07-v4. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2013-​07-​v4.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016a): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016b): Makost - Maschinenkosten und Reparaturkosten. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., https://www.ktbl.de/home/webanwendungen/makost (16.03.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VDI 3894 Blatt 1 (2011): Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen, Haltungsverfahren und Emissionen Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde. Verein Deutscher Ingenieure e.V., Beuth-Verlag, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zähner, M.; Poteko, J.; Zeyer, K.; Schrade, S. (2017): Laufflächengestaltung: Emissionsminderung und verfahrenstechnische Aspekte - erste Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall Tänikon. Tagung: Bautagung Raumberg-Gumpenstein 2017, HBLFA, 16.–17.05.2017&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7523</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
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		<updated>2024-03-14T13:39:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 1.1 Bauliche Ausführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Perforated, profiled floor with a reduced number of slits and sealing flaps&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Technische Beschreibung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.1 Bauliche Ausführung =====&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abbildung 1 und Abbildung 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abbildung 3 und Abbildung 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abbildung 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abbildung 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abbildung 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abbildung 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht (© KTBL; K. Neumann)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.2 Funktionsprinzip =====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 Stunden). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 46 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 25,51 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 8,24 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 3,12 € auf die Fixkosten für die Technik und 14,16 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Kuhplätzen betragen die Kosten 18,23 € je Tierplatz und Jahr mit jährlichen Gebäudekosten von 7,69 €, Fixkosten von 0,78 € und laufenden Kosten von 9,77 €.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch die gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Perforierter_Boden_mit_Profil,_reduziertem_Schlitzanteil_und_Dichtungsklappen&amp;diff=7522</id>
		<title>Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen</title>
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		<updated>2024-03-14T13:30:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: /* 3 Umweltleistung und Betriebsdaten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigen Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen zur Reduzierung des Potentials für Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch im Stall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; Perforated, profiled floor with a reduced number of slits and sealing flaps&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1 Technische Beschreibung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.1 Bauliche Ausführung =====&lt;br /&gt;
Die einzelnen profilierten Betonelemente des Bodens sind auf ein Widerlager aufzulegen (Abbildung 1 und Abbildung 2). Darunter befindet sich der Flüssigmistkanal. Die Betonelemente des Bodens sind in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen in den Flüssigmistkanal versehen. In diesen Abständen bzw. Schlitzen befinden sich Dichtungsklappen aus Kunststoff (Abbildung 4), die sich bei Kotdurchtritt öffnen und danach wieder schließen.&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht.png|Abbildung 1: Perforierter Boden mit Profil, reduzierten Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht; KTBL 2022&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht.png|Abbildung 2: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Aufsicht&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; quer.png|Abbildung 3: Perforierter Boden mit Profil und Schlitzen in größeren, regelmäßigeren Abständen sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Seitenansicht&lt;br /&gt;
Datei:Perforierter Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil sowie Dichtungsklappen in den Schlitzen; Detailansicht.png|Abbildung 4: Bodenelement mit Dichtungsklappe im Detail, die den Gasaustausch mit dem Flüssigmistkanal reduziert, Detail-Seitenansicht&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== 1.2 Funktionsprinzip =====&lt;br /&gt;
Durch die Profilierung der Oberfläche werden Flüssigkeiten zügig abgeleitet. So wird eine kurzzeitige Trennung von Kot und Harn erreicht, wodurch besonders Ammoniakemissionen von der Lauffläche gemindert werden. Emissionen aus dem Flüssigmistkanal werden durch den Einsatz von Dichtungsklappen, die den Gasaustausch zwischen dem Luftraum über dem Flüssigmistkanal und dem Luftraum im Stall einschränken, verringert. Diese Klappen öffnen sich bei Kotdurchtritt und schließen danach wieder. Der auf der Bodenoberfläche verbleibende Kot wird mit mobilen oder stationären Schiebern regelmäßig abgeschoben. Um die Funktionalität der Klappen zu gewährleisten und ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, wird der Boden mit einer Wassersprühvorrichtung befeuchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 2 Erzielter Umweltnutzen ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen und der Reduzierung des Gasaustausches zwischen Flüssigmistkanal und Stall ist auch eine Reduktion der Geruchs- und Methanemissionen zu erwarten. Andere positive Umwelteffekte sind aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 3 Umweltleistung und Betriebsdaten ====&lt;br /&gt;
Messungen zufolge werden die Ammoniakemissionen im Stall um ca. 46 % (Emissionsfaktor: 7,0 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Tierplatz und Jahr) reduziert (IenW 2021). Diese Minderungswirkung wird nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung (mindestens alle 2 Stunden) erreicht. Das Minderungspotenzial wurde unter Laborbedingungen in den Niederlanden gemessen. Als Referenzverfahren wird ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspaltenboden (Milchkuhhaltung) betrachtet. Die Übertragbarkeit dieser Minderungsleistung auf Praxisbedingungen in Deutschland ist nicht verifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden ist regelmäßig mit einem stationären, dem Boden angepassten Schieber oder einem Entmistungsroboter zu reinigen (mindestens alle 2 h). Um das Antrocknen des Kots und ein Zusetzen der Spalten zu verhindern, wird eine Befeuchtung der Lauffläche vorausgesetzt. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch der Dichtungsklappen sind notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine reibungslose Funktion der Dichtungsklappen ist eine zusätzliche Befeuchtung notwendig. Dementsprechend ist mit einem erhöhten Einsatz von Prozesswasser zu rechnen. Zudem erhöht sich der Energiebedarf durch eine regelmäßige Reinigung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 4 Medienübergreifende Auswirkung ====&lt;br /&gt;
Es liegen keine medienübergreifenden Auswirkungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 5 Auswirkungen auf das Tierwohl ====&lt;br /&gt;
Durch die profilierte Oberfläche zeigen die Tiere eine erhöhte Trittsicherheit (Herstellerangabe 2020). Neben dem natürlichen Bewegungsverhalten (LAVES 2007) wird durch trockene Laufgänge die Euter- und Klauengesundheit (Somers et al. 2005, Magnusson et al. 2008) positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen tiergerechten Einsatz von Reinigungsgeräten sind bestimmte Managementmaßnahmen zu berücksichtigen. Eine Entmistung während der Hauptfressphase sollte beispielsweise vermieden werden (Buck et al. 2012, KTBL 2016). Wichtig sind insbesondere Sensoren, die ein Zusammenstoß mit den Tieren verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Minderung von Ammoniakemissionen im Stall verbessert sich die Luftqualität (EFSA 2009), wodurch der Gesundheitsstatus der Tiere begünstigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 6 Für Anwendbarkeit relevante technische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Der Stallboden ist für Neubauten als auch für Umbauten geeignet. Ein Flüssigmistkanal ist Voraussetzung. Bei Haltungsverfahren mit Einstreu und perforierter Lauffläche besteht die Gefahr, dass sich die Spalten zusetzen. Dieser Boden eignet sich deshalb nur für einstreulose bzw. einstreuarme Haltungsverfahren. Langstroh ist hierfür nicht geeignet. Bei Frost ist die Funktion der Dichtungsklappen nicht gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell kann dieser emissionsarme Boden in allen Produktionsrichtungen eingesetzt werden, ist aber bisher nur für Milchkühe verfügbar. Einschränkungen ergeben sich hinsichtlich der Spaltenbreite bei Kälbern und jüngeren Tieren (bis zum Ende des 6. Lebensmonats), die an die Bedürfnisse der Tiere und den Anforderungen der TierSchNutztV 2021 anzupassen wären. Da das Emissionsminderungspotenzial nur in Kombination mit einer regelmäßigen Reinigung erreicht wird, ist dieser Boden für Mastrinder und Jungrindern nur eingeschränkt einsetzbar, z. B. in Haltungsverfahren mit separaten Laufgängen und perforierten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Emissionsminderung notwendigen Reinigungstechniken können nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Milchkühe und Mutterkühe kommen ohne große Probleme mit den Reinigungsgeräten zurecht. Junge Tiere können womöglich von der Reinigungstechnik verletzt werden. Insbesondere in der Bullenmast können größere Bullen die mobile Technik behindern oder sogar beschädigen. Stationäre Entmistungsanlagen funktionieren dort hingegen problemlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 7 Wirtschaftliche Auswirkungen ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin-left: 50px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Ökonomische Kenndaten zum perforierten Boden mit Profil, reduziertem Schlitzanteil und Dichtungsklappen&lt;br /&gt;
! rowspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition und Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Tierplätze (TP)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;100&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&#039;&#039;&#039;600&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;€/TP&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|375&lt;br /&gt;
|350&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|175,00&lt;br /&gt;
|117,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Investition&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;550,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;467,00&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;€/(TP • a)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäude und bauliche Ausrüstung&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;55,20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;51,50&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|37,50&lt;br /&gt;
|35,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|5,60&lt;br /&gt;
|5,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gebäudeunterhaltung&lt;br /&gt;
|11,30&lt;br /&gt;
|10,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Versicherung&lt;br /&gt;
|0,80&lt;br /&gt;
|0,70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;20,90&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;5,30&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abschreibung&lt;br /&gt;
|17,50&lt;br /&gt;
|4,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zinskosten&lt;br /&gt;
|3,20&lt;br /&gt;
|1,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Unterbringung&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|0,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe Fixe Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;76,10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;56,80&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Technik und technische Anlage&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;91,42&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;62,02&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reparaturen&lt;br /&gt;
|57,80&lt;br /&gt;
|38,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Elektrische Energie&lt;br /&gt;
|30,20&lt;br /&gt;
|20,10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |Weitere Betriebsmittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|3,42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Summe variable Kosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;94,84&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;65,44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gesamtkosten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;170,94&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;122,24&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bei Neubauten wird dieser Boden statt herkömmlicher Betonflächenelement eingebaut. Mit 70 - 75 €/m² sind die Fertigteile 80 - 100 % teurer als herkömmliche Böden. Bei 5 m² perforierter Fläche je Tierplatz ist mit Investitionen von 350 - 375 € je Tierplatz zu rechnen (Tabelle 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Umbauten werden die vorhandenen Flächenelemente ausgebaut und entsorgt. Die neuen Elemente werden auf die vorhandenen Widerlager aufgelegt. Für den Rückbau, die Entsorgung der alten Bauteile und die Herrichtung der Kanäle für den neuen Boden können Kosten von 25 -50 € je Tierplatz veranschlagt werden. Während der Umbauphase kann der Stall nicht im vollen Umfang genutzt werden. Dadurch können Leistungsverluste bei den Tieren und damit geringere Einnahmen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Betrachtung der Kosten wird der Investitionsbedarf für den emissionsminderden perforierten Boden unterstellt. Die jährlichen Gebäudekosten (Abschreibung, Zinskosten, Reparatur, Versicherung) bewegen sich zwischen 52 und 55 € je Tierplatz und Jahr (Quelle: eigene Erhebungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die regelmäßige Kontrolle und ggf. notwendigen Austausch von Dichtungsklappen ist mit einem höheren Kontroll- und Wartungsaufwand zu rechnen. Da dazu noch keine Erfahrungen vorliegen ist dies bei den Reparaturkosten noch nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020). Die Reinigung der Böden erfolgt mit automatischen Reinigungsgeräten mit Wasserdüsen zur Feuchthaltung der Oberfläche. Die Technik kostet zwischen 175 und 117 € je Tierplatz bei 100 bzw. 600 Tierplätzen. Die fixen Kosten (Abschreibung, Zinskosten, Unterbringung) liegen entsprechend bei etwa 20,90 und 5,30 € je Tierplatz und Jahr (KTBL 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Betrieb der Reinigungsautomaten entstehen laufende Kosten für Betriebsstoffe (Strom) und Reparaturen in Abhängigkeit von den Einsatzzeiten. Bei 18 Stunden Reinigungszeit und 6 Stunden Ladezeit liegt der Strombedarf bei etwa 131 kWh je Tierplatz und Jahr bei 100 Tierplätzen und 88 kWh bei 600 Tierplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die variablen Kosten für die Reinigungsgeräte betragen bei 100 Tierplätzen ca. 88 € je Tierplatz und Jahr. Bei 600 Tierplätzen ist mit 58,60 € je Tierplatz und Jahr zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für das Wasser zur Befeuchtung der Oberfläche. Die Geräte besprühen die Fläche mit etwa 1 l Wasser je m² je Tag. Pro Tierplatz und Jahr werden unabhängig von der Bestandsgröße etwa 1,8 m³ Wasser benötigt. Bei einem Preis von 1,90 €/m³ ergeben sich 3,42 € je Tierplatz und Jahr. Zumindest ein Teil dieses Wassers gelangt in die Flüssigmistkanäle was zusätzliches Lagervolumen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei 46 % Minderung der NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen im Vergleich zum Ausgangspotenzial von 14,57 kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;/Tierplatz und Jahr für einen Liegeboxenlaufstall ohne Minderungsmaßnahmen für 100 Milchkühe ergeben sich Kosten von 25,51 € bezogen auf ein kg NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Reduktion pro Tierplatz und Jahr. Davon entfallen 8,24 € auf die jährlichen Gebäudekosten, 3,12 € auf die Fixkosten für die Technik und 14,16 € für die laufenden Kosten der Technik. Bei 600 Kuhplätzen betragen die Kosten 18,23 € je Tierplatz und Jahr mit jährlichen Gebäudekosten von 7,69 €, Fixkosten von 0,78 € und laufenden Kosten von 9,77 €.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 8 Triebkraft der Anwendung ====&lt;br /&gt;
Durch die Minderung der Ammoniakemissionen können Betriebe im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Stallneubauten oder -erweiterungen Anforderungen des Immissionsschutzes in Bezug auf den Schutz empfindlicher Pflanzen und Biotope vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ammoniak bzw. Stickstoffdeposition einhalten, sodass geringere Abstände zu den entsprechenden Schutzgütern möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2022 werden Stallböden dieser Bauart durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) als sogenannte „Spezifische Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz“ („SIUK“-Maßnahme) bezuschusst. Demnach ist zu erwarten, dass diese Technik durch die gezielten Fördermaßnahmen vermehrt eingesetzt wird. Angaben zur Anzahl der Antragstellungen liegen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem ist aufgrund der erhöhten Trittsicherheit und dem positiven Einfluss auf Euter- und Klauengesundheit mit einer Verbesserung der Tiergesundheit zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 9 Musteranlagen ====&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden emissionsarme Stallböden seit 2009 eingesetzt. Nach Angaben aus dem niederländischen landwirtschaftlichen Emissionsinventar werden auf diesem Bodentyp etwa 2 % der Milchkühe in den Niederlanden (ca. 35.000 Milchkühe) gehalten (CBS 2022). Zur räumlichen Verteilung liegen keine Informationen vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Buck, M.; Wechsler, B.; Gygax, L.; Steiner, B.; Steiner, A.; Friedli, K. (2012): Wie reagieren Kühe auf Entmistungsschieber?. ART-Bericht 750, Ettenhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CBS (2022): Implementation of dairy cow housing types in 2020. Persönliche Mitteilung, Centraal Bureau voor de Statistiek, Netherlands, 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EFSA [Hrsg.] (2009): Scientific report on the effects of farming systems on dairy cow welfare and disease – Report of the Panel on Animal Health and Welfare. EFSA Journal 1143, European Food Safety Authority (EFSA), S. 1–38, https://www.doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1143r &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2016): Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2016 – Vorträge anlässlich der 48. internationalen Arbeitstagung Angewandte Ethologie bei Nutztieren der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG) Fachgruppe Ethologie und Tierhaltung vom 17. bis 19. November 2016 in Freiburg/Breisgau. KTBL-Schrift 511, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KTBL [Hrsg.] (2020): Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21 – Daten für die Betriebsplanung in der Landwirtschaft. KTBL-Datensammlung, 27. Auflage, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IenW [Hrsg.] (2021): Regeling ammoniak en veehouderij (Rav) – BWL 2010.35.V8. Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat (IenW), Den Haag, https://​www.infomil.nl​/​publish/​pages/​130041/​bwl-​2010-​35-​v8.pdf (13.10.2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LAVES [Hrsg.] (2007): Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung. 1. Auflage, Niedersächsisches Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Tierschutzdienst, Arbeitsgruppe Rinderhaltung (LAVES), Oldenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnusson, M.; Herlin, A.H.; Ventorp, M. (2008): Short Communication: Effect of Alley Floor Cleanliness on Free-stall and Udder Hygiene. In: Journal of Dairy Science, 91, 10, S. 3927 – 3930, https://www.doi.org/10.3168/jds.2007-0652 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somers, J.; Frankena, K.; Noordhuizen‐Stassen, E.N.; Metz, J.H.M. (2005): Risk factors for interdigital dermatitis and heel erosion in dairy cows kept in cubicle houses in The Netherlands. In: Preventive Veterinary Medicine, 71, S. 23 – 34, https://www.doi.org/10.1016/j.prevetmed.2005.05.001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emissionsmindernde Maßnahmen Rind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=MediaWiki:Sidebar&amp;diff=7505</id>
		<title>MediaWiki:Sidebar</title>
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		<updated>2024-03-11T13:08:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
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		<author><name>CU</name></author>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Kategorie:Stalleinrichtungen&amp;diff=7504</id>
		<title>Kategorie:Stalleinrichtungen</title>
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		<updated>2024-03-08T09:23:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: Leere Seite erstellt&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_L%C3%BCftung&amp;diff=7503</id>
		<title>Stallklima - Lüftung</title>
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		<updated>2024-03-08T09:20:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lüftung ===&lt;br /&gt;
Die Zuführung von Frischluft sowie der Abtransport von verbrauchter Luft aus dem Tierbereich des Stalls kann über verschiedene Funktionsprinzipien erfolgen. Rinderställe sind in der Regel frei gelüftet (Abbildung 1). Es gilt zu beachten, dass keine Zugluft entsteht. &lt;br /&gt;
[[Datei:Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung.png|mini|Abbildung 1: Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung aus: Haidn und Mačuhová 2008]]&lt;br /&gt;
Sowohl bei der Schacht- als auch bei der Trauf-First-Lüftung trägt die Thermik dazu bei, dass die warme Luft über den First oder den Schacht entweicht. Der entstehende Unterdruck lässt entsprechend kühlere Luft von außen in den Stall strömen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei kalten Außentemperaturen kann der Luftwechsel bei der Schachtlüftung über eine Drosselklappe im Schacht reguliert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Querlüftung mit geöffneten Seiten- und/oder Giebelwänden wird in erster Linie der Wind zur Stalllüftung genutzt. Zur Steuerung und Regelung stehen unterschiedliche Einrichtungen zur Verfügung (z. B. Spaceboards, feste oder aufrollbare Windschutznetze, Curtains), die auch kombiniert vorliegen können (Haidn und Mačuhová 2008). Um bei höheren Außentemperaturen die Wärme im Stallinneren abtransportieren zu können, sollten die Fassadenöffnungen entsprechend so groß wie möglich sein (Büscher et al. 2021). In Simulationen konnten dazu die in Tabelle 1 gezeigten Werte als günstig ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Erfahrungswerte zu den Zu- und Abluftflächen für Milchviehställe mit Querlüftung nach Büscher et al. 2021&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Empfehlungen für die Fassadenöffnung eines quergelüfteten Außenklimastalls bei zwei gegenüberliegenden Öffnungsflächen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(m²/Tier und Seite)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Alleinstehend, Queranströmung&lt;br /&gt;
|1,25&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Von anderen Geräten beeinflusst bzw. ungünstige Lage&lt;br /&gt;
|1,5&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Büscher, W.; Haidn, B.; Hansen, C.; Häuser, S.; Herrmann, J.; Menning, J.; Mirbach, D.; Neumayer, J.; Pelzer, A.; Perovic, B.; Tober, O.; Stötzel, P.; Zahner, J. (2021): Vermeidung von Hitzestress bei Milchkühen. DLG-Merkblatt 450, 2. Auflage, DLG e. V., Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidn, B.; Mačuhová, J. (2008): Wärmeregulation bei Milchkühen und Möglichkeiten der freien Lüftung zur Vermeidung von Hitzestress. Tagung: Hitzestress im Milchviehstall, Tagungsunterlagen, 23. Juli 2008, Grub&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_L%C3%BCftung&amp;diff=7502</id>
		<title>Stallklima - Lüftung</title>
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		<updated>2024-03-08T09:18:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lüftung ===&lt;br /&gt;
Die Zuführung von Frischluft sowie der Abtransport von verbrauchter Luft aus dem Tierbereich des Stalls kann über verschiedene Funktionsprinzipien erfolgen. Rinderställe sind in der Regel frei gelüftet (Abbildung 1). Es gilt zu beachten, dass keine Zugluft entsteht. &lt;br /&gt;
[[Datei:Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung.png|mini|Abbildung 1: Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung aus: Haidn und Mačuhová 2008]]&lt;br /&gt;
Sowohl bei der Schacht- als auch bei der Trauf-First-Lüftung trägt die Thermik dazu bei, dass die warme Luft über den First oder den Schacht entweicht. Der entstehende Unterdruck lässt entsprechend kühlere Luft von außen in den Stall strömen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei kalten Außentemperaturen kann der Luftwechsel bei der Schachtlüftung über eine Drosselklappe im Schacht reguliert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Querlüftung mit geöffneten Seiten- und/oder Giebelwänden wird in erster Linie der Wind zur Stalllüftung genutzt. Zur Steuerung und Regelung stehen unterschiedliche Einrichtungen zur Verfügung (z. B. Spaceboards, feste oder aufrollbare Windschutznetze, Curtains), die auch kombiniert vorliegen können (Haidn und Mačuhová 2008). Um bei höheren Außentemperaturen die Wärme im Stallinneren abtransportieren zu können, sollten die Fassadenöffnungen entsprechend so groß wie möglich sein (Büscher et al. 2021). In Simulationen konnten dazu die in Tabelle 1 gezeigten Werte als günstig ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Erfahrungswerte zu den Zu- und Abluftflächen für Milchviehställe mit Querlüftung nach Büscher et al. 2021&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Empfehlungen für die Fassadenöffnung eines quergelüfteten Außenklimastalls bei zwei gegenüberliegenden Öffnungsflächen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(m²/Tier und Seite)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Alleinstehend, Queranströmung&lt;br /&gt;
|1,25&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Von anderen Geräten beeinflusst bzw. ungünstige Lage&lt;br /&gt;
|1,5&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Büscher, W.; Haidn, B.; Hansen, C.; Häuser, S.; Herrmann, J.; Menning, J.; Mirbach, D.; Neumayer, J.; Pelzer, A.; Perovic, B.; Tober, O.; Stötzel, P.; Zahner, J. (2021): Vermeidung von Hitzestress bei Milchkühen. DLG-Merkblatt 450, 2. Auflage, DLG e. V., Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidn, B.; Mačuhová, J. (2008): Wärmeregulation bei Milchkühen und Möglichkeiten der freien Lüftung zur Vermeidung von Hitzestress. Tagung: Hitzestress im Milchviehstall, Tagungsunterlagen, 23. Juli 2008, Grub&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Wasserversorgung_Rind&amp;diff=7501</id>
		<title>Wasserversorgung Rind</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Wasserversorgung_Rind&amp;diff=7501"/>
		<updated>2024-03-08T09:16:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserversorgung ===&lt;br /&gt;
Für Rinder ist, wie für alle landwirtschaftliche Nutztiere, Wasser das wichtigste Futtermittel. Es beeinflusst die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung. Somit ist es sinnvoll, dass eine ausreichende Versorgung mit Wasser in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gesetzlich festgeschrieben ist (TierSchNutztV 2021). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das angebotene Tränkwasser sollte qualitativ hochwertig sein, wenngleich keine so hohen Anforderungen, wie an die Trinkwasserqualität gestellt werden. Wichtig ist, dass das aufzunehmende Wasser schmackhaft ist und eine ausreichende Wasseraufnahme unterstützt. Es sollte Grenzwerte von bestimmten Inhaltsstoffen, z. B. N-Verbindungen (Nitrat, Nitrit), Eisen, Sulfat einhalten und frei von biologischen Kontaminanten wie Salmonellen und E. coli sein (Kamphues et al. 2007). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wasser erfüllt vielfältige Aufgaben im Organismus. Es dient zum Abtransport überschüssiger und toxischer Stoffe und hat die wichtige Aufgabe der Thermoregulation. Dementsprechend wird bei hohen Umgebungstemperaturen eine höhere Wasseraufnahme forciert, um die Wärme über die Atmung abführen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wasseraufnahme bei Rindern beträgt in Abhängigkeit von Rasse, Leistung, physiologischen Zustand, Futteraufnahme und Außentemperatur zwischen 40 und 100 l pro Tag (Kamphues et al. 2004). Spezifische Werte sind in Tabelle 1 definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Richtwerte für den Tränkbedarf von Rindern nach Kaufmann, 2002&lt;br /&gt;
!Alter und Haltungsabschnitt&lt;br /&gt;
!Wasserbedarf - Streuung&lt;br /&gt;
(l/Tier und Tag)&lt;br /&gt;
!Wasserbedarf - maximal&lt;br /&gt;
(l/Tier und Tag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Milchkuh&lt;br /&gt;
(leistungsabhängig)&lt;br /&gt;
|40-80&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jungrinder und Mastbullen&lt;br /&gt;
&amp;gt; 1 Jahr&lt;br /&gt;
|20-40&lt;br /&gt;
|70&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jungrinder und Mastbullen&lt;br /&gt;
&amp;lt; 1 Jahr&lt;br /&gt;
|15-30&lt;br /&gt;
|50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Kälber &lt;br /&gt;
bis 6 Monate&lt;br /&gt;
|12-25&lt;br /&gt;
|30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Tränkkälber&lt;br /&gt;
(einschließlich Tränke)&lt;br /&gt;
|6-16&lt;br /&gt;
|20&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein enges Tier-Tränkplatz-Verhältnis gewährleistet, dass alle Tiere einer Herde stets Zugang zu frischem Wasser haben. Bei Milchkühen teilen sich etwa 20 Tiere eine Tränke. Unabhängig von der Herdengröße, sollten immer mindestens zwei Tränkstellen vorgehalten werden. Dabei ist auch darauf zu achten, dass sich die Tränkstellen an ausreichend breiten Durchgängen befinden und eine angemessene Durchflussrate - mindestens 20 l/min für Milchkühe - gegeben ist. Da es sich bei Rindern um Saugtrinker handelt, nehmen sie Wasser bevorzugt aus offenen Wasserflächen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trogtränken mit mehreren Tränkplätzen kommen diesem Anspruch nach, sind jedoch anfällig für Verschmutzungen durch Kot und Futterreste. Aus diesem Grund ist die tägliche Kontrolle der Tränken sowie die regelmäßige Reinigung unerlässlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ erfüllen auch Ventil-Trogtränken die Anforderungen einer offenen Wasserfläche. Sie bieten nur einen Tränkplatz weisen jedoch eine hohe Durchflussrate von 30 bis 40 l/min auf, was eingetragene Futterreste unmittelbar wieder ausspült.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von frostsichere Ballen- oder Klappentränken hat sich besonders in Offenställen und auf Weiden bewährt. Nachteilig sind jedoch die geringe Durchflussrate und die aufwendige Reinigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schalentränken mit Klappen- oder Rohrventil weisen eine einfachere Reinigungsmöglichkeit auf, werden aber aufgrund ihres oft zu geringen Wasserdurchlaufs besonders in Milchkuhhaltungen immer seltener eingesetzt (Herrmann 2014). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Kamphues, J.; Coenen, Manfred, Kienzle, Ellen; Pallauf, J.; Simon, O.; Zentek, J. (2004): Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. 10. Auflage, Verlag Schaper, Alfeld-Hannover&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kamphues; Josef; Böhm, R.; Flachowsky, G.; Lahrssen-Wiederholt, M.; Meyer, U.; Schneker, H. (2007): Empfehlungen zur Beurteilung der hygienischen Qualität von Tränkwasser für Lebensmittel liefernde Tiere unter Berücksichtigung der gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen. In: Landbauforschung Völkenrode, 57, 3, S. 255 – 272&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herrmann, H.-J. (2014): Wasserversorgung für Rinder – Bauliche, technische und bedarfsgerechte Lösungen. DLG-Merkblatt 399, 1. Auflage, DLG e. V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TierSchNutztV (2021): Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1a der Verordnung vom 29. Januar 2021 (BGBl. I S. 146) geändert worden ist vom 2021&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_Beleuchtung&amp;diff=7500</id>
		<title>Stallklima - Beleuchtung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_Beleuchtung&amp;diff=7500"/>
		<updated>2024-03-08T09:15:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Beleuchtung ====&lt;br /&gt;
Tier sind, wie Menschen, an das Tageslicht und den Rhythmus von Tag und Nacht angepasst. Die natürliche Beleuchtung wirkt stimulierend und motivierend. Neben der Aufgabe des Sehens wirkt das Tageslicht auf die physische und psychische Verfassung und Leistungsfähigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund ist eine ausreichende Beleuchtung mit Tageslicht in der Stallumgebung für die Tiere anzustreben (Werner 2021). In der Milchviehhaltung können Lichtprogramme eingesetzt werden, um die unterschiedliche Lichtwirkung eines Sommer- oder Wintertages zu nutzen. Insbesondere blaue Lichtanteile steuern beispielsweise die „inneren Uhr“ und beeinflussen Fruchtbarkeit und Wohlbefinden. Durch den Einsatz von LED-Leuchten kann dieser Effekt, im Gegensatz zu Natriumdampfleuchten, genutzt werden (VLK 2022). Dabei werden viele, homogen verteilte Lichtquellen empfohlen, damit wenig Schatten entsteht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den verschiedenen Funktionsbereichen sollte die Beleuchtungsstärke 150 Lux betragen (Tabelle 1) (Fry 2021). Lichtdurchlässige Dach- und Deckenflächen fördern den Tageslichteinfall, jedoch auch den Wärmeeintrag in den Tierbereich. Aus diesem Grund sollten diese nur in einer geeigneten Firstüberdeckung oder in korrekt ausgerichtetes lichtdurchlässiges Wandmaterial (z. B. Wickellüftung aus Gewebeplatten) installiert werden (Werner 2021).&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Kennzahlen für die Beleuchtungsintensität in einzelnen Funktionsbereichen Reiter und Werner in Frey 2021&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Intensität&lt;br /&gt;
(Lux)&lt;br /&gt;
!Dauer&lt;br /&gt;
!Lichtfarbe&lt;br /&gt;
(Kelvin)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Laktierende Tiere&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
|13 Stunden hell und 11 Stunden dunkel&lt;br /&gt;
|Tageslicht (&amp;gt; 5300)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Trockensteher&lt;br /&gt;
|80&lt;br /&gt;
|8 Stunden hell und 16 Stunden dunkel&lt;br /&gt;
|Neutralweiß (3300 - 5300)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wartebereich&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
|30 Minuten vor und nach dem Eintrieb der Tiere einschalten&lt;br /&gt;
|Tageslicht (&amp;gt; 5300)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Treib- und Laufgänge&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
|30 Minuten vor und nach dem Eintrieb der Tiere einschalten&lt;br /&gt;
|Tageslicht bzw. Neutralweiß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Melkstand:&lt;br /&gt;
Grundbeleuchtung&lt;br /&gt;
Arbeitsbeleuchtung&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
500&lt;br /&gt;
|Ein- und Austrieb&lt;br /&gt;
Während des Melkens&lt;br /&gt;
|Tageslicht (&amp;gt; 5300)&lt;br /&gt;
4000 - 6500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Krankenbereich:&lt;br /&gt;
Grundbeleuchtung&lt;br /&gt;
Arbeitsbeleuchtung&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
500&lt;br /&gt;
|11 Stunden hell und 13 Stunden dunkel&lt;br /&gt;
Während der Behandlung&lt;br /&gt;
|Neutralweiß (3300 - 5300&lt;br /&gt;
4000 - 5000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abkalbebereich:&lt;br /&gt;
Grundbeleuchtung&lt;br /&gt;
Arbeitsbeleuchtung&lt;br /&gt;
|150&lt;br /&gt;
500&lt;br /&gt;
|13 Stunden hell und 11 Stunden dunkel&lt;br /&gt;
Bei Bedarf (z. B. Kaiserschnitt)&lt;br /&gt;
|Tageslicht (&amp;gt; 5300)&lt;br /&gt;
4000 - 5000&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Fry, A.-C. (2021): Licht individuell planen. In: top agrar, 12, R24-R26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werner, D. (2021): Beleuchtung in Haltungsverfahren der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung – Bericht zur Datenbeschaffung im Projekt InKalkTier (KTBL-intern). Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VLK (Verband der Landwirtschaftskammern) (2022): Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Rind. Aspekte und Visionen einer zukunftsorientierten Milchviehhaltung. 1. Auflage, Verband der Landwirtschaftskammern, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_Temperatur&amp;diff=7499</id>
		<title>Stallklima - Temperatur</title>
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		<updated>2024-03-08T09:15:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Temperatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dachaufbau ====&lt;br /&gt;
Der Wärmeeintrag in das Stallgebäude wird maßgeblich von den Dachaufbauten beeinflusst. Einschalige, nicht gedämmte Dachaufbauten wie z. B. Trapezbleche, Dachpfannen oder Faserzementplatten (Eternit), erhitzen sich stark bei Sonneneinstrahlung. Ähnliche Wirkungen zeigen Lichtplatten, die fast ungehindert Wärmestrahlung auf Tiere und Stalloberflächen auftreffen lassen, weshalb sie an der Nordseite des Stalls installiert sein sollten. Mehrschichtige Dachaufbauten z. B. Sandwichelemente mit Wärmedämmung oder Brettstapeldecken bieten einen günstigeren Schutz vor Hitzestress bei den Tieren. Einen besonderen Dachaufbau stellt das Gründach dar. Dies nimmt durch seine Vegetationsschicht Wasser in Form von Niederschlag auf, wodurch durch Verdunstungskühlung eine niedrigere Stallinnentemperatur erreicht werden kann. Dabei beeinflusst ebenfalls die Höhe und Dichte der Vegetationsschicht die Temperaturen auf der Dachinnenseite (Simon et al. 2018, VLK 2022). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ventilation ====&lt;br /&gt;
Zum Abtransport warmer Luftschichten bei hohen Außentemperaturen können vertikal angebrachte Deckenventilatoren oder horizontal ausgerichtete Axialventilatoren dienen. Die notwendige Leistung der Ventilatoren gilt es in Abhängigkeit von Stalllänge, Dachgestaltung und Leistungsniveau der Tiere zu bestimmen. Dabei sollten Luftgeschwindigkeiten von mindestens 2,0 bis 2,5 m/s erreicht werden (Stötzel und Simon 2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Tiere sich einen großen Teil der Tageszeit im Liegebereich aufhalten, werden die Ventilatoren optimalerweise auf diesen ausgerichtet. Zur optimalen Berücksichtigung der tierischen Bedürfnisse wird eine automatische temperaturgesteuerte Schaltung der Ventilatoren empfohlen (Büscher et al. 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprinkler- und Vernebelungsanlagen ====&lt;br /&gt;
Die Kühlung des Tierkörpers mittels Wasser kann entweder durch Sprinkleranlagen oder Wasserverneblung erfolgen. Sprinkleranlagen beregnen die Tiere direkt mit Wasser. Durch die Verdunstung des Wassers auf der Haut wird dem Tierkörper Wärme entzogen. Bei Vernebelungsanlagen hingegen handelt es sich um ein Hochdrucksystem, dass sehr feine Wassertropfen versprüht, welche in der Stallluft verdunsten und diese somit abkühlen (Büscher et al. 2021). Es ist zu beachten, dass diese Maßnahmen zur Kühlung erst ab einer relativen Luftfeuchte ≤ 70 % und ergänzend zu einer gut funktionierenden Lüftungsanlage eingesetzt werden, um den Abtransport der feuchten Luft zu gewährleisten (VLK 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schlauchlüftung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlauchbelüftungssystem.png|mini|Abbildung 1: Das Funktionsprinzip des Schlauchbelüftungssystems nach Büscher et al. 2021]]&lt;br /&gt;
Die gezielte Kühlung bestimmter Funktionsbereich (z. B. Liegebereich) kann auch über eine Schlauchlüftung erfolgen. Die Schlauchlüftung funktioniert nach dem Überdruckprinzip. Frischluft wird von einem Ventilator in einen luftdichten Schlauch gedrückt und exakt über dem gewünschten Tierbereich durch kleine Löcher ausgestoßen, wobei mittels entsprechenden Ventilators Luftgeschwindigkeiten bis zu 4 m/s erreicht werden können (Abbildung 1). Auf diesem Weg können insbesondere bei niedrigen Gebäuden höhere Luftwechselraten erreicht werden (Büscher et al. 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordlund (2007) beschreibt, dass die Belüftung mittels Unterdrucksystemen insbesondere für Kälber im Winter hinsichtlich zu niedriger Temperaturen problematisch ist, weshalb die Schlauchbelüftung hier eine Alternative darstellt, auch um die Lufthygiene zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Literatur ====&lt;br /&gt;
Büscher, W.; Haidn, B.; Hansen, C.; Häuser, S.; Herrmann, J.; Menning, J.; Mirbach, D.; Neumayer, J.; Pelzer, A.; Perovic, B.; Tober, O.; Stötzel, P.; Zahner, J. (2021): Vermeidung von Hitzestress bei Milchkühen. DLG-Merkblatt 450, 2. Auflage, DLG e. V., Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordlund, K. (2007): Practical Considerations for Ventilating Calf Barns in Winter. Tagung: Preconference Seminar 7B: Dairy Herd Problem Investigation Strategies: Troubleshooting Calf Mortality and Morbidity. Proceedings of the 40th Annual Conference &amp;quot;American Association of Bovine Practitioners, 20. - 22. September 2007, Vancouver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stötzel, P.; Simon, J. (2018): So bleibt die Hitze draußen. In: Elite - Magazin für Milcherzeuger, 4, S. 62 - 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VLK (Verband der Landwirtschaftskammern) (2022): Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Rind. Aspekte und Visionen einer zukunftsorientierten Milchviehhaltung. 1. Auflage, Verband der Landwirtschaftskammern, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_-_L%C3%BCftung&amp;diff=7498</id>
		<title>Stallklima - Lüftung</title>
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		<updated>2024-03-08T09:15:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lüftung ===&lt;br /&gt;
Die Zuführung von Frischluft sowie der Abtransport von verbrauchter Luft aus dem Tierbereich des Stalls kann über verschiedene Funktionsprinzipien erfolgen. Rinderställe sind in der Regel frei gelüftet (Abbildung 1). Es gilt zu beachten, dass keine Zugluft entsteht. &lt;br /&gt;
[[Datei:Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung.png|mini|Abbildung 1: Funktionsprinzipien der thermischen Lüftung aus: Haidn und Mačuhová 2008]]&lt;br /&gt;
Sowohl bei der Schacht- als auch bei der Trauf-First-Lüftung trägt die Thermik dazu bei, dass die warme Luft über den First oder den Schacht entweicht. Der entstehende Unterdruck lässt entsprechend kühlere Luft von außen in den Stall strömen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei kalten Außentemperaturen kann der Luftwechsel bei der Schachtlüftung über eine Drosselklappe im Schacht reguliert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Querlüftung mit geöffneten Seiten- und/oder Giebelwänden wird in erster Linie der Wind zur Stalllüftung genutzt. Zur Steuerung und Regelung stehen unterschiedliche Einrichtungen zur Verfügung (z. B. Spaceboards, feste oder aufrollbare Windschutznetze, Curtains), die auch kombiniert vorliegen können (Haidn und Mačuhová 2008). Um bei höheren Außentemperaturen die Wärme im Stallinneren abtransportieren zu können, sollten die Fassadenöffnungen entsprechend so groß wie möglich sein (Büscher et al. 2021). In Simulationen konnten dazu die in Tabelle 1 gezeigten Werte als günstig ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1: Erfahrungswerte zu den Zu- und Abluftflächen für Milchviehställe mit Querlüftung nach Büscher et al. 2021&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Empfehlungen für die Fassadenöffnung eines quergelüfteten Außenklimastalls bei zwei gegenüberliegenden Öffnungsflächen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(m²/Tier und Seite)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Alleinstehend, Queranströmung&lt;br /&gt;
|1,25&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Von anderen Geräten beeinflusst bzw. ungünstige Lage&lt;br /&gt;
|1,5&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Büscher, W.; Haidn, B.; Hansen, C.; Häuser, S.; Herrmann, J.; Menning, J.; Mirbach, D.; Neumayer, J.; Pelzer, A.; Perovic, B.; Tober, O.; Stötzel, P.; Zahner, J. (2021): Vermeidung von Hitzestress bei Milchkühen. DLG-Merkblatt 450, 2. Auflage, DLG e. V., Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haidn, B.; Mačuhová, J. (2008): Wärmeregulation bei Milchkühen und Möglichkeiten der freien Lüftung zur Vermeidung von Hitzestress. Tagung: Hitzestress im Milchviehstall, Tagungsunterlagen, 23. Juli 2008, Grub&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Stallklima_Rind&amp;diff=7497</id>
		<title>Stallklima Rind</title>
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		<updated>2024-03-08T09:14:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stallklima ===&lt;br /&gt;
Rinder sind als Steppentiere gut an Außenklimabedingungen angepasst, jedoch wärmesensibel. Hitzestau führt zur verringerten Futteraufnahme und somit Leistungseinbußen (VLK 2022). Untersuchungen von Tober und Hansen (2019) zeigen, dass Rinder womöglich bereits ab +8 °C ihre thermoneutrale Zone verlassen. Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und -richtung bestimmen das Stallklima (Haidn und Mačuhová 2008). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Stall soll eine Umgebung geschaffen werden, die die Bedürfnisse nach Wärme, Luft und Licht erfüllt. Entsprechend sind hohe Temperaturen und Luftfeuchten zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stallklima - Lüftung|Lüftung]]&lt;br /&gt;
* [[Stallklima - Temperatur|Temperatur]]&lt;br /&gt;
* [[Stallklima - Beleuchtung|Beleuchtung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Haidn, B.; Mačuhová, J. (2008): Wärmeregulation bei Milchkühen und Möglichkeiten der freien Lüftung zur Vermeidung von Hitzestress. Tagung: Hitzestress im Milchviehstall, Tagungsunterlagen, 23. Juli 2008, Grub&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tober, O.; Hansen, C. (2019): Untersuchungen zur Abhängigkeit der Vormagentemperatur von der Stalltemperatur bei laktierenden Kühen in einem frei gelüfteten Stall. Tagung: 14. Tagung: Bau, Technik und Umwelt 2019 in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, KTBL, 24.–26.09.2019, Bonn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VLK (Verband der Landwirtschaftskammern) (2022): Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Rind. Aspekte und Visionen einer zukunftsorientierten Milchviehhaltung. 1. Auflage, Verband der Landwirtschaftskammern, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=F%C3%BCtterungstechnik_Rind&amp;diff=7496</id>
		<title>Fütterungstechnik Rind</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=F%C3%BCtterungstechnik_Rind&amp;diff=7496"/>
		<updated>2024-03-08T09:14:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technik zur Rinderfütterung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Datenflüsse in der Fütterung verändert nach LfL, 2021.png|mini|Abbildung 1: Datenflüsse in der Fütterung verändert nach LfL, 2021]]&lt;br /&gt;
Mit den steigenden Bestandsgrößen und dem damit verbundenen steigenden Arbeitsaufwand suchen viele Betriebe nach weiteren Automatisierungsmöglichkeiten. Neben dem Arbeitszeitbedarf der Milchgewinnung spielt die Fütterung - das Mischen, Vorlegen und Anschieben - eine große Rolle. Werden verschiedene Techniken in der Prozesskette der Fütterung automatisiert, kann außerdem die leistungsbezogene Fütterung der verschiedenen Tiergruppen umgesetzt und die Vorlage von täglich frischem Futter für weniger Reste im Futtertrog sorgen. Voraussetzung dafür sind digitale Schnittstellen z. B. zwischen Futteranalyseergebnissen, Rationsberechnungen und Futtermischwägen (Abbildung 1), auch unterschiedlicher Hersteller. Dies ist unter Praxisbedingungen nicht immer gegeben und erfordert deshalb viele händische Eingaben (LfL 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei automatischen Fütterungssystemen lassen sich drei Stufen der Automatisierung unterscheiden (Oberschätzl-Kopp und Haidn 2014). In der ersten Stufe erfolgen das Mischen der Ration, der Transport und das Verteilen sowie die Vorlage des Futters automatisch. Mit der Vorlage des Futters ist i. d. R. auch ein automatisches Nachschieben des Futters am Fressplatz verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Stufe der Automatisierung werden Vorratsbehälter für die verschiedenen Komponenten der Futterration eingesetzt, die mit mobilen Geräten befüllt werden. Die Futtermenge reicht für mehrere Mischvorgänge und werden je nach Außentemperatur und Futterqualität alle zwei bis drei Tage befüllt. Alle nachfolgenden Arbeitsgänge wie Mischen, Transport, Verteilen, Futtervorlage und Nachschieben erfolgen automatisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Stufe der Automatisierung schließt auch die automatische Entnahme der Futterkomponenten aus dem Futterlager mit ein. Dadurch werden alle Arbeitsschritte von der Entnahme über das Mischen bis zur Futtervorlage und nachschieben automatisiert. Zurzeit ist dies beim Grundfutter nur durch die Lagerung in Hochsilos oder Heutürmen mit Entnahmevorrichtungen möglich. Es befinden sich autonom arbeitende Futtermischwagen in der Entwicklung und Erprobung, die auch die Entnahme an Fahrsiloanlagen selbständig durchführen sollen. Bisher haben sie jedoch noch nicht die Praxisreife erlangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
LfL [Hrsg.] (2021): DigiMilch: Einblicke in die Zukunft der Milcherzeugung. LfL-Tagungsband, 1. Auflage, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberschätzl-Kopp, R.; Haidn, B. (2014): Automatische Fütterungssysteme für Rinder – Technik - Leistung - Planungshinweise. DLG-Merkblatt 398, 3. Auflage, DLG e. V., Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Erh%C3%B6hte_Ebenen&amp;diff=7495</id>
		<title>Erhöhte Ebenen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Erh%C3%B6hte_Ebenen&amp;diff=7495"/>
		<updated>2024-03-08T09:14:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhöhte Ebenen sind Strukturelemente in Masthühnerställen, die den Stall in verschiedene Funktionsbereiche unterteilen. Die Bodenausführung kann perforiert oder planbefestigt mit Einstreu oder Kartonage sein. Eingestreute erhöhte Ebenen können auf die Nutzfläche angerechnet werden, da nach EU-Richtlinie 2007/43/EG DES RATES &amp;quot;Nutzfläche&amp;quot; als ein den Hühnern jederzeit zugänglicher eingestreuter Bereich definiert wird. Für Bio-Betriebe sind erhöhte Ebenen als Alternative oder als Ergänzung zu Sitzstangen mit der Novellierung der Öko-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 2018/848) seit dem 01.01.2022 verpflichtend geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz der erhöhten Ebenen in der Mastgeflügelhaltung ist noch relativ neu. Eine konkrete Empfehlung zur Gestaltung der Bodenausführung und der Aufstiege gibt es noch nicht. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und die Landwirtschaftskammer Niedersachen untersuchen in ihrem Projekt &amp;quot;MaVeTi&amp;quot; eine erhöhte Ebene mit Kunststoffrosten mit darunterliegendem Kotband. Eine planbefestige eingestreute Variante wird im Projekt &amp;quot;Verbesserung des Tierschutzes in der Mastgeflügelhaltung&amp;quot; der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München untersucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Huhn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Automatisierungstechniken_f%C3%BCr_Besch%C3%A4ftigungsmaterial_und_Stroheinstreu&amp;diff=7494</id>
		<title>Automatisierungstechniken für Beschäftigungsmaterial und Stroheinstreu</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://infothek.ktbl.inkalktier.de/index.php?title=Automatisierungstechniken_f%C3%BCr_Besch%C3%A4ftigungsmaterial_und_Stroheinstreu&amp;diff=7494"/>
		<updated>2024-03-08T09:13:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #3EACF0&amp;quot;&amp;gt;Dieser Artikel befindet sich derzeit in Überarbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Versorgung der Tiere mit einem organischen Beschäftigungsmaterial oder Raufutter ist ein wesentlicher Aspekt, dem Tier ein Wohlbefinden zu ermöglichen. Auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen ist erwiesen, dass eine zusätzliche Gabe von Raufutter positive Einflüsse zum Stressabbau und einer teils auch besseren Futteraufnahme beim Tier sorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits seit längerer Zeit wird in Label-Programmen wie beispielsweise der Initiative Tierwohl (ITW) der Einsatz von Raufutter als Wahlkriterium angedacht und bei einer entsprechenden Umsetzung auch honoriert. Die Definition von Raufutter beschränkt sich hierbei nicht nur auf beispielsweise Heu oder Stroh. Vielmehr gelten auch Futtermittel mit einem Rohfasergehalt von mehr als 20 % als ein Beschäftigungsmaterial, welches organisch und faserreich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) wurde zum 1. August 2021 die Versorgung von Schweinen mit organischem bzw. faserreichen Beschäftigungsmaterial verpflichtend eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wurden die in der Verordnung genannten Begriffe „bewegbar“, „untersuchbar“, und „veränderbar“ und „dem Erkundungsverhalten dienen“ genauer erklärt. Besonders die Auslegung der Eigenschaften „bewegbar“, „untersuchbar“, und „veränderbar“ wurde bislang unterschiedlich diskutiert. Unter Berücksichtigung der EU-Empfehlung 2016/336 werden die Begriffe wie folgt ausgelegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- „untersuchbar“: Das Schwein kann darin wühlen. Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn das Beschäftigungsmaterial die natürliche Verhaltensweise des Wühlens fördert (bodennahes Angebot, Schweine können das Material bewühlen oder zumindest „hebeln“).;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- „bewegbar“: Das Schwein kann den Standort / die Position des Materials verändern.;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- „veränderbar“: Das Schwein kann Aussehen und Struktur des Materials verändern. Das Beschäftigungsmaterial kann einfach vom Schwein ins Maul genommen und ist leicht zerkaubar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen einer effizienteren Arbeitserledigung wurden in den letzten Jahren verschiedene Systeme entwickelt und installiert, welche automatisiert die Tiere mit Beschäftigungsmaterial versorgen. Parallel wurden Systeme entwickelt, die automatisiert Buchten einstreuen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der einfachen Raufutterversorgung oder der Gabe von Beschäftigungsmaterial, über Buchteneinstreu (auch Nestbaumaterial) bis zur generellen Flächeneinstreu können die verschiedenen Systeme flexibel eingesetzt werden. Dabei sollen unterschiedlichste Materialien wie Stroh (lang- oder kurzfaserig), Silomais, geschnittenes Heu, Luzerne, Pellets, Granulate oder auch Sägespäne verarbeitet bzw. gefördert werden. Gerade im Hinblick auf die Haltung von Tieren mit Ringelschwanz ist eine Raufuttergabe oder die Versorgung mit organischen Beschäftigungsmaterial neben anderen Aspekten nahezu unumgänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dem Tier entsprechende Rohfaserversorgung wirkt sich beruhigend auf die Schweine aus. Immer wieder frisches Material sorgt bei den Tieren für eine intensivere Beschäftigung und verringert im Idealfall eine übermäßige Aggressivität. Durch die automatischen technischen Systeme kann Raufutter oder organisches Beschäftigungsmaterial über viele kleine Mengen am Tag verteilt eingesetzt werden, um die Attraktivität zu erhöhen. Nebeneffekt ist, dass das Material einen Stallgeruch annimmt. Überwiegend sind die Systeme einfach in der Handhabung und vielmals nachrüstbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wesentlicher begrenzender Faktor stellt sich in vielen Betrieben das Entmistungssystem dar. Mit Hilfe der angebotenen Menge an Raufutter und den bereits angeführten vielen kleine Gaben muss betriebsindividuell versucht werden, eine Harmonisierung zum Entmistungssystem herzustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen Vergleich der Wirtschaftlichkeit zwischen einer manuellen Arbeitserledigung und einer technischen Lösung der Abläufe sind Erhebungen zu den Investitions- und Betriebskosten notwendig. Die zurzeit auf dem Markt verfügbaren Techniken unterscheiden allerdings sich erheblich in Ihren Möglichkeiten. Eine Einteilung der Systeme ist entweder nach ihrem Funktionsprinzip oder nach dem Fördermaterial möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Systemgruppen bei automatisierten Systemen =&lt;br /&gt;
Bei den Formen von mechanisierten automatisierten Einstreusystemen bzw. Anlagen zur automatisierten Gabe von organischen Beschäftigungsmaterial kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten unterschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mobile Einstreusysteme&lt;br /&gt;
* Stationäre Rohrverteilsysteme&lt;br /&gt;
* Stationäre schienengeführte Einstreusysteme&lt;br /&gt;
* Automatische mobile Robotersysteme/Fütterungssysteme (Rinderhaltung/Liegeboxen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Milchvieh- bzw. Rinderhaltung wird schon seit geraumer Zeit über automatisierte Prozesse für Einstreusysteme nachgedacht. In der Veredelungsproduktion wird durch die gesellschaftliche und politische Diskussion um ein Mehr an Tierwohl intensiver über vergleichbare Systeme nachgedacht. Da Arbeitszeit, der alles begrenzende Faktor in der modernen Landwirtschaft ist, sind vollautomatisierte Prozesse beim Einstreuen oder der Gabe von organischen, faserriechen Beschäftigungsmaterial notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der überwiegende Anteil der mobilen Systeme ergibt keine Einsparung von Arbeitskraftstunden, da diese Anbaugeräte zumeist mit Traktor od. vgl. durch den Landwirt oder dessen Mitarbeiter bewegt werden müssen. In diesem Bericht sind nur stationäre Systeme betrachtet worden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brede Einteilung nach Funktionsprinzip.png|rechts|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
Grundsätzlich muss berücksichtigt werden, dass besonders Raufutter kein genormtes Produkt ist. Daher sind in Abhängigkeit vom Raufutter bzw. Beschäftigungsmaterial unterschiedliche Systeme für eine automatische Förderung geeignet. Langstroh mit Halmlängen von mehr als 8 cm ist für die standardmäßigen Rohrsysteme mehr oder weniger geeignet. Diese gilt gleichermaßen für Silagen mit der Ausnahme von Maissilage. Bei der Maissilage steht dabei der Trockensubstanzgehalt im Vordergrund. Bei niedrigen TS-Gehalten wurde auch hier schon erfolgreich mit Rohrverteilsystemen gearbeitet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brede Einteilung nach Art des Materials.png|links|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
Alle anderen Beschäftigungsfuttermittel können mit Rohrverteilsystemen zu den Tieren gebracht werden. Bei Mehlförmigen, granulierten Beschäftigungsmaterial funktionieren alle Rohrverteilsysteme problemlos. Bei pelletierten Produkten muss sowohl auf die Pelletgröße (Ø), aber auch die Härte der Pellets geachtet werden. Die Pellets von Trockenschnitzeln werden beispielsweise zu einem Durchmesser von 6 mm bis 10 mm verpresst. Die 6 mm Pellets können von 60er Anlagen gefördert werden. Pellets mit einem Durchmesser von 10 mm sind aber für diese Anlagen eher nicht geeignet. Für größere Durchmesser bei den Pellets (16 mm Strohpellets) sind Rohrverteilsysteme mit einem Durchmesser von 80 mm oder größer besser geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3 Rohrverteilsysteme =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Mechanisch - Rohrketten- und Rohrseilanlagen ==&lt;br /&gt;
Die Rohrketten- oder Rohrseilanlagen sind in Ihrem Grundprinzip aus der Fütterungstechnik bekannt. Vorteile bieten diese Anlagen durch ihre relativ simple Technik und einen geringen Verschleiß. Nachteilig sind die begrenzten Anlagenlängen, sowie Restmengen an organischen Beschäftigungsmaterial im Rohr oder in den Umlenkecken. Besonders die Umlenkecken sollten einer regelmäßigen Wartung und Pflege unterzogen werden, da es besonders bei der Förderung von Stroh oder Heu zu Problemen mit Lagerschäden (auch Überhitzung) geben kann.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Rohrförderanlagen bestimmt der Rohrquerschnitt und die Größe des Antriebes die Leistung der Anlage. Handelsüblich sind Rohrquerschnitte von 45 bis 80 mm, wobei die Anlagen mit 45 mm Rohrquerschnitt nur für granulierte Beschäftigungsmaterialien geeignet sind. Die Durchmesser der Mitnehmerscheiben orientieren sich an dem Rohrdurchmesser und der Bauform der Anlage. Die Antriebsmotoren werden standardmäßig mit einer Leistung zwischen 1,1 kW und 2,2 kW angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Förderleistungen sind abhängig vom verwandten Produkt und der Art der Dosierung in das Rohrsystem. Während bei granuliertem oder pelletiertem Futter mit einer 60er Anlage bis zu 1200 kg je Stunde an Förderleistung zu erzielen sind, geht man bei Heu oder Stroh in Abhängigkeit vom Hersteller und der Produktqualität von bis zu 10 Liter je Minute aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Dosierung von Pellets oder Granulaten in das Rohrverteilsystem ===&lt;br /&gt;
Der Antrieb und die eigentliche Aufnahme des Beschäftigungsmaterials sind voneinander getrennt. Bei granulierten oder pelletieren Beschäftigungsmaterial geschieht die Aufdosierung in der Regel über eine Zwangsbefüllung mit einer Zubringerschnecke. Einfache Einlauftrichter werden teilweise auch eingesetzt, sind aber schwieriger einzustellen. Der Füllstand der Rohrleitung sollte ca. 1/3 des Rohrdurchmessers nicht überschreiten. Daher muss eine Mengeneinstellung abhängig von der Futterstruktur vorgenommen werden. Für eine sichere Funktion von Rohrförderanlagen sollten immer Rückführungen vorhanden sein, damit nur wenig Restmenge in den Antrieb gelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Raufutterdosierung in das Rohrverteilsystem ===&lt;br /&gt;
Beim Einsatz von Heu und Stroh werden in der Praxis etablierte CCM-Anlagen als Dosierbehälter genutzt. Der überwiegende Anteil dieser Dosierbehälter wird von der Maschinenbaufirma Konrad Pumpe GmbH hergestellt. Der Vorratsbehälter besteht aus einem glatten, runden Boden über dem sich ein „Rührschwert“ dreht. Eine unterhalb dieser Ebene liegende Schnecke nimmt das Material auf und dosiert es auf das mechanische Rohrverteilsystem. Bei Stockungen in der Abnahme sollte der Motor der Schnecke und des Rührwerkes separat mit einer Sensortechnik geschaltet sein. Ansonsten kann es durch zu lange Laufzeiten des Rührwerkes zu einem „Zermahlen“ des eingesetzten Raufutters kommen, was nachteilig ist. Optimalerweise kann über einen Frequenzumrichter die Drehzahl angesteuert werden, um die optimale Menge an Raufutter auf die eigentliche Verteilanlage aufzudosieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ sind Annahmetrichter mit „Lockerungswalzen“ entwickelt worden. Der Quader- oder Rundballen wird bei diesem System auf die Walzen gesetzt. Die über einen Getriebemotor mit vorgeschalteten Frequenzumrichter angetriebenen Lockerungswalzen lösen den Ballen auf. Die im Boden befindliche Stopfschnecke fördert das lockere Raufutter bzw. Beschäftigungsmaterial zum Rohrverteilsystem.  Über eine Sensortechnik können die Lockerungswalzen auch komplett ausgeschaltet werden. Der Vorteil dieser Lösung liegt in der nicht vorhandenen Situation eines Zermahlens des Raufutters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Verstopfungen in der „Stopfschnecke“ zu minimieren, bieten 6- oder 8-eckige Rohre Vorteile gegenüber den bei CCM Anlagen standardmäßigen runden Rohren. Die Staubentwicklung an sich ist in diesem System vergleichsweise gering. Allerdings gelangt am Material anhängiger Staub, Schmutz oder Erde über das Rohrverteilsystem den Stall. Der Antrieb der Schnecken erfolgt in der Regel über Getriebemotoren. Üblich ist die komplette Fertigung der Bauteile aus Edelstahl. Bei größeren Ställen mit einer zweiten Rohrverteilanlage ist es als Sonderausstattung möglich, zwei „Stopfschnecken“ einzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gemulchte Stroh oder Heu wird mit dem Frontlader oder Teleskoplader verbrauchsabhängig in den Auflösebehälter gebracht. In Abhängigkeit der Größe vom Annahmetrichter können sowohl mit Rund- oder auch Quaderballen beschickt werden. Um technische Probleme besonders beim Transport im Rohrverteilsystem zu vermeiden, sollten die Halmlänge (max. 5 cm bei 60er Anlagen) durch den Einsatz einer ausreichenden Anzahl von Messern beim Pressen der Ballen beachtet werden. Da Stroh in der Regel eher etwas mürbe ist, treten zumeist weniger Problem wie bei dem Einsatz von Heu auf. Generell sollten dazu die Angaben der Hersteller beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird Stroh oder Heu in den Anlagen gefördert, muss sichergestellt werden das Produkte, die über die letzte Auswurfstation hinaus gefördert wurden, immer in den Auflösebehälter zurückkommen. Bei der Planung der Rohrlängen bzw. zu verbauenden Ecken zurückgefördert werden. Ansonsten kann es erhebliche Mängel in der Funktionssicherheit der Anlage nach sich ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Übergabestation ===&lt;br /&gt;
Der Übergang von der Annahme über die Stopfschnecke zum Rohrverteilsystem sollte leicht zugänglich sein, um eventuelle Verstopfungen einfach zu beseitigen. Zumeist sind auch hier die Überwachungssensoren angebracht, die ein Überfüllen des Rohrsystems vermeiden sollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung von Edelstahl als Material bei der Antriebsstation wie bereits bei Futteraufnahme beschrieben ist Standard. Die Rohre werden in der Regel verzinkt angeboten, was in der normalen Praxis ausreichend ist. Die Seile sollten mind. 7 mm Durchmesser haben und die Mitnehmerscheiben mind. 5 mm dick sein. Vorteilhaft sind Umlenkecken, deren Laufräder aus Guss gefertigt sind. Kunststoffräder verschleißen in der Regel etwas schneller. Allerdings hängt dies wesentlich davon ab, ob mit einer Kette oder Förderseil gearbeitet wird. Weiter müssen der Abstand und Durchmesser der Mitnehmerscheiben und der Durchmesser des Laufrades betrachtet werden. Bei Anlagen, die Heu oder Stroh fördern ist der Abstand meistens größer wie bei Standardanlagen zur Futterförderung. Bei Kettenanlagen kann dies in den Umlenkecken zu einem höheren Verschleiß führen, wenn keine entsprechende Führung vorhanden ist. Hier bieten Seilanlagen gewisse Vorteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abhängig von der Wahl des Fördermediums, der Anzahl der Ecken und eventueller Steigungen sind bei Rohrförderanlagen Längen von bis zu 600 m möglich. Bei dem Fördermedium wird zwischen Ketten unterschiedlicher Qualität, Stahl- und Kohlefaserseilen unterschieden. Bedingt durch das unterschiedliche Eigengewicht sind Unterschiede in der Anlagenlänge zu berücksichtigen. Bei Rohrkettenanlagen ist eine maximale Anlagenlänge von 300 bis 350 m realisierbar. Rohrseilanlagen mit einem Stahlseil als Fördersystem können 400 bis 450 m lang konzipiert werden. Moderne Kohlefaserseilanlagen sind durch ihr flexibles Seil und geringes Gewicht bis zu 600 m lang. Sowohl Ketten- als auch Kohlefaserseilanlagen sollten mit langen Spannvorrichtungen ausgestattet sein, da gerade bei einer Neuinstallation das Fördermedium sich unterschiedlich stark verlängert.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brede Kalkulation der Länge.png|links|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Anlage wird jede Umlenkecke mit 10 bis 15 m Förderweg berechnet. Durch die Art und Konstruktion der Ecken (Art der Wellenlager, Polyamid- oder Gussräder, Edelstahl- oder GFK-Gehäuse, etc.) sowie den mehr oder minder fachgerechten Einbau der Fütterungsanlage können deutliche Unterschiede auftreten. Je Meter Höhenunterschied wird ein Abschlag von ca. 4 m vorgenommen. In der folgenden Grafik ist beispielhaft eine Anlagenlänge für unterschiedliche Antriebseinheiten einer Kettenanlage konzipiert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Sonderlösung mit Entstaubung ===&lt;br /&gt;
Die bereits vor Jahren konzipierte Strohmatic des aus Österreich stammenden Herstellers Schauer stellt eine Besonderheit bei den Rohrverteilsystemen dar. Standardmäßig waren die Anlagen mit einem Rohrquerschnitt von 200 mm konzipiert. Sie dienten vornehmlich zum Einstreuen von Liegeboxen in Milchviehställen oder Tieflaufstallen im Rinderbereich. Derzeit ist diese Anlage die einzige mit einer wirksamen Entstaubungsanlage. Die Beschickung des Rohrsystems erfolgt über einen Ballenauflöser mit einer Längsschnecke von ø 400mm und zwei parallel dazu angeordneten Auflöserwalzen. Durch die Drehbewegung der Schnecke und der Auflöserwalzen wird der Ballen aufgelöst und das Stroh über einen Auswurf zur angebauten Strohmühle transportiert.  Für eine verbesserte Auflösung/Auflockerungen des Materials ist es möglich, die Drehrichtung der Schnecke zu verändern.  Dies geschieht, wenn eine zuvor eingestellte Stromaufnahme an der Strohmühle (Überlastsicherung) überschritten wird. Damit gelangt kein Stroh mehr in die Strohmühle. Nachdem die Stromaufnahme wieder unter den eingestellten Wert abgefallen ist, wird die Drehrichtung erneut geändert und das Stroh gelangt wieder zur Strohmühle. Der von Schauer eingesetzte Ballenauflöser sollte unter Dach installiert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antrieb der Auflöserwalzen und der Förderschnecke ist unabhängig voneinander. Dadurch wird ein gleichmäßiger Materialfluss zur Strohmühle ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Strohmühle ====&lt;br /&gt;
Direkt an dem Ballenauflöser ist die Strohmühle angebracht. Über ein Scharnier kann sie für eventuelle Inspektions- und Pflegearbeiten seitlich weggeklappt werden. Das Stroh wird vermahlen und zu einer separaten Übergabeeinheit durch den in der Strohmühle erzeugten Luftstrom geblasen. Nach Firmenangaben sollte eine Wegstrecke von 30 m bei dieser Blasleitung nicht überschritten werden. Ansonsten müssen Zwischengebläse verbaut sein. Mit Hilfe einer elektrisch betriebenen Weiche kann auf Wunsch ein zweiter Kreislauf betrieben werden. Durch ein Sieb im Übergabebehälter entweicht nur die Luft, und nicht das Stroh. Auch hier ist eine Überlastsicherung verbaut, um Verstopfungen zu verhindern. Die Übergabeeinheit ist direkt hinter der Antriebseinheit in Förderrichtung montiert. Der Antrieb des Förderkette erfolgt durch einen 0,75 kW starken Motor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da beim Pressen des Strohs auch Steine mit in die Anlage gelangen können, wurde verschiedene Sicherheitsmaßnahmen zur Brandverhütung notwendig. Im automatischen Betrieb muss der Ballenauflöser geschlossen sein, um eine Ausbreitung eines eventuellen Feuers zu begrenzen. Für den Brandfall sind Wassersprinkler im Ballenauflöser angebracht, die im Bedarfsfall ausgelöst werden. Vor der Strohmühle ist eine Steinfangmulde und ein Thermostat angebracht. Zusätzliche ist eine permanente Lastüberwachung der Strohmühle und eine Funkenerkennung vorhanden. Die Saug- und Blasleitung sind aus verzinktem Stahl gefertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Staubabsaugung ====&lt;br /&gt;
Direkt an der Übergabeeinheit zum Rohrverteilsystem erfolgt die optionale Staubabsaugung. Die Abscheidung des Staubs bzw. der überschüssigen Luft erfolgt über ausreichend dimensionierte Filterschläuche in einen Behälter mit einem Volumen von ca. 360 Liter. Die eigentliche Entleerung erfolgt über eine Klappe, die mit Hilfe einer Seilwinde geöffnet wird. Auch die Entstaubungsanlage muss vor Witterungseinflüssen geschützt und entsprechend unter Dach montiert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verteilsystem im Stall ====&lt;br /&gt;
Die eigentliche Verteilung im Stall erfolgt über Rohrsystem mit einem Durchmesser von 200 mm. In diesem Rohr läuft eine Förderkette mit aufgespritzten Mitnehmerscheiben aus Kunststoff. Die maximale Anlagenlänge dieses Fördersystem sollte 200 m nicht überschreite. Es werden maximal 90 Abwurföffnungen je Förderkreislauf empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ gibt es zwischenzeitliche eine „light“ Version der Strohmatic. Mit dieser Anlage kann bereits gemulchtes Stroh über den Ballenauflöser aber ohne die Strohmühle zur Seilanlage und anschließend in den Stall gelangen. Der Rohrquerschnitt dieser Seilförderanlagen beträgt 80 bzw. 200 mm. Nach Herstellerangaben soll Stroh mit einer Halmlänge von bis zu 8 cm befördert werden können. Auch die Entstaubung des Strohs ist weiter möglich. Die Verteilung erfolgt automatisch und zeitgesteuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Pneumatisch ==&lt;br /&gt;
Die Besonderheit dieses Fördersystems liegt in der Art des Transports. Bei diesem Fördersystem wird das Beschäftigungsmaterial oder Stroh rechnergesteuert mit Druckluft zum jeweiligen Zielort befördert. Derzeit werden solche Anlagen von den Firmen Schauer (Spotmix), Tewe (Airfeed II) und Ibo (Opti Mix Air) angeboten. Es handelt sich hierbei um eine Funktionserweiterung einer Druckluftfütterung. Bei dieser wird in einem Chargenmischer für jedes Ventil eine definierte Menge und Zusammensetzung eines Futters angemischt. Über einen Seitenkanalverdichter, der für die notwendige Luftmenge sorgt, wird das Produkt zu dem jeweiligen Ventil gebracht. Der wesentliche Vorteil dieser Anlagen besteht in einer restlosen Entleerung der Futterleitung. Nachteilig ist der relativ hohe Energieverbrauch durch den Seitenkanalverdichter im Vergleich zu konventionellen Systemen. Ein wesentlicher Vorteil kann aber bei freien Förderkapazitäten (keine Fütterungszeiten) darin liegen, die Anlage intensiver zu nutzen. Damit werden letzten Endes die höheren Investitionskosten durch eine intensivere Nutzung positiv beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlagen können im Rohrsystem gehäckseltes Stroh, Heu, Luzerne, Sägespäne oder pelletiertes/granuliertes Futter bzw. organisches Beschäftigungsmaterial fördern. Dazu wird das Beschäftigungsmaterial mit einer Schnecke oder Spirale und einen Bypass in das eigentliche Förderleitung dosiert. Die Mengendosierung bzw. der Aufgabepunkt können vollautomatisch abgearbeitet werden. In Abhängigkeit der Antriebsleistung des Seitenkanalverdichters (5 kW bis 11 kW) aber wesentlich dem Weichensystem (Druckverluste/Reibungsverluste/Widerstand) sind Leitungslängen von bis zu 300 m realisierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Dosierung von Pellets oder Granulaten in das Rohrverteilsystem ===&lt;br /&gt;
Wie bereits bei den Rohrketten oder Seilsystemen angeführt, ist der Antrieb und die eigentliche Aufnahme des Beschäftigungsmaterials sind voneinander getrennt. Bei granulierten oder pelletieren Beschäftigungsmaterial geschieht die Ausdosierung immer über eine Zwangsbefüllung mit einer Zubringerschnecke oder Zellenradschleuse, um Druckverluste zu minimieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Raufutterdosierung in das Rohrverteilsystem ===&lt;br /&gt;
Die Ausdosierung von Heu und Stroh erfolgt nach vergleichbaren Prinzipen wie bei den Rohrketten oder Seilsystemen angeführt. Das können die in der Praxis etablierte CCM-Anlagen aber auch die Systeme mit Lockerungswalzen wie bereits beschrieben sein. Auch bei diesem Beschäftigungsmaterial geschieht die Ausdosierung mit einer Zubringerschnecke und einer Zellenradschleuse, um Druckverluste zu minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Dosiermechanismen im Stall oder der Bucht ==&lt;br /&gt;
Parallel zu diesen Überlegungen muss geklärt werden, wie das Beschäftigungsmaterial oder die Einstreu in der Bucht ausdosiert wird im Stall oder der Bucht ausdosiert werden soll. Die einfachste Möglichkeit ergibt sich über einen normalen Auslauf in eine Raufe, einen Automaten für organisches Beschäftigungsmaterial oder einen Trog. Bei der Montage muss auf eine ausreichend dimensioniert Größe der Öffnung im Futterrohr geachtet werden. Die gilt besonders bei dem Einsatz von Stroh oder Heu. An dem Strohautomaten, Raufen oder anderen Techniken können die Schweine ständig kleine Mengen an organischen Beschäftigungsmaterial aufnehmen. Ein Drehstern oder vergleichbare Techniken dosieren das Material. Gleichzeitig werden damit der Wühltrieb und zusätzliche Beschäftigung gefördert. Nachteilig bei diesen Systemen ist eine nicht immer gewollte Ad-Libitum Dosierung. Letztlich ist die Art der Dosierung eher eine ad-libitum Gabe des Beschäftigungsmaterials. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ kann eine Mengendosierung des Produktes auf verschiedene Weise erfolgen. Die einfachste Möglichkeit besteht darin einen Volumendosierer bzw. Portionierer zu nutzen. Hier wird ein definiertes Volumen zur Bucht bzw. Trog, etc. gebracht und dosiert. Durch die Anzahl der Befüllungen innerhalb eines Tages und das entsprechende Öffnen der Dosiereinrichtung kann die Menge zusätzlich variiert werden.  Alternativ können pneumatischen oder elektrisch bediente Ventile über eine bestimmtes Öffnungsintervall definierte Menge in die Bucht oder zum Automaten bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn eine planbefestigte Fläche in der Bucht zur Verfügung steht, kann auch direkt auf diese Fläche ausdosiert werden. Ein zusätzlicher Automat oder andere Techniken werden dann zwangsweise nicht mehr benötigt. Die Steuerung der Rohrkettenanlage wird bevorzugt so eingestellt, dass die Anlage immer ausreichend mit Raufutter gefüllt ist. Zeigt der Sensor an, dass die Anlage leer ist, füllen sich Rohrkette bzw. die Ausdosiereinrichtung wieder automatisch. Sobald eine Vollmeldung erfolgt, öffnet die Anlagensteuerung sämtliche Portionierer oder Volumendosierer. Dies kann je nach Hersteller oder Steuerung Zeit- oder Zufallsgesteuert erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorteil liegt darin, dass sich die Tiere nicht an einen bestimmten Rhythmus gewöhnen. Für eine Stressreduzierung kann den Tieren gleichzeitig das organische Beschäftigungsmaterial oder Raufutter zur Verfügung gestellt werden. Dosiert werden je nach Produkt zwischen 20-30 Gramm je Tier und Tag. Schon dadurch kann deutliche Verbesserung der Tiergesundheit und des Sozialverhaltens der Tiere erreicht werden. Beim Öffnen des pneumatischen Ventils bzw. Herabfallen der Pellets in den Trog werden die Tiere durch die entstehenden Geräusche angelockt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 4 Stationäre schienengeführte Systeme =&lt;br /&gt;
Bei stationären schienengeführten Systemen ist je nach Gewicht des Roboters ein IPE-100 - 160 Doppel-T Träger als Schiene unter der Stalldecke oder in einer freitragenden bzw. aufgeständerten Weise montiert. An diesem Schienensystem ist ein automatischer Einstreuroboter befestigt. Der mit einer Lore vergleichbare Roboter bewegt sich über die Schienen an der Stalldecke / Konstruktion zu den verschiedenen Ställen bzw. Buchten und versorgt diese mit Einstreu, Silage, Heu oder anderen Produkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren die aus der Rinderhaltung kommenden Systeme überwiegen zur Einstreu vorgesehen. Mittlerweile gibt es Entwicklungen beispielsweise von der dänischen Firma JH-Agro mit kompakten Loren auch Beschäftigungsmaterial bis hin zu Silagen in Schweineställen mit vergleichsweise niedrigen Deckenhöhen (3,00 m licht) einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuelle Steigungen bei den Schienensystemen sollten sich auf max.  15 % (15 cm auf 100 cm) beschränken. Innerhalb von einer möglichen Kurve sollte keine Steigung verbaut sein. Je nach Fabrikat (Größe und Länge des Roboters/Lore) darf der Radius der Kurven nicht weniger als 900mm sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 4.1 Ballenauflöser/ Übergabeeinrichtungen ===&lt;br /&gt;
Beschickt werden die Loren/Einstreuroboter durch unterschiedliche Möglichkeiten. Bei Heu oder Stroh kommen in der Regel Ballenauflösegerät für verschiedene Ballengrößen in Frage. Die Rund- oder Quaderballen können von verschiedenen Seiten geladen werden. Optional kann ein separates Förderband vorgeschaltet werden, auf welchem dann mehrere Ballen vorgelagert werden können. Im Anschluss kann eine separater Ballenauflöser oder Häcksler montiert werden. Hiermit wird das Stroh entweder nur gelockert oder zusätzlich geschnitten. Mit einer speziellen Absaugung kann je nach Hersteller entstehender Staub beseitigt werden. Das Förderband bringt das Stroh zu einer „Parkbox“ wohin der Roboter automatisch zurückkehrt, um erneut befüllt zu werden. Mit dem Einstreuroboter kann mehrmals täglich jede gewünschte Menge Stroh, Heu, Sägemehl, Miscanthus oder auch anderen Produkte zum Tier gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für kleingeschnittenes Stroh und/oder Sägemehl werden alternativ Behälter mit einem Volumen von 2,5 bis 9 m³ angeboten. Mit einer Schrägförderer und einer Dosierwalze kann die Lore bzw. der Roboter direkt befüllt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weitere Variante werden vertikale arbeitende Mixer für Raufutter angeboten. Vergleichbar mit einem Futtermischwagen kann hiermit stationär das Futter bzw. Beschäftigungsmaterial über eine Schnecke zur Übergabestation gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 4.2 Einstreuroboter ===&lt;br /&gt;
Herstellerbedingt gibt es deutliche Unterschiede in der Ansteuerung und Arbeitserledigung der einzelnen Systeme. Die hier angesprochenen Möglichkeiten sind nicht mit allen Systemen machbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesteuert werden die Roboter über PC, Tablet, Smartphones, etc. Auch eine Fernwartungen mit Hilfe entsprechender Software (Anydesk, Teamviewer oder vgl.) ist möglich. Die Menge an Einstreu oder organischen Beschäftigungsmaterial bzw. die Anzahl der täglichen Fahrten kann betriebsindividuell angelegt werden. Zusätzlich können über Status-LEDs bestimmte Prozesse direkt von außen beobachtet werden.       &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tägliche Arbeitsablauf wird einmal betriebsindividuell im Rechner angelegt. Dessen Erledigung erfolgt zu vorprogrammierten Zeitpunkten oder auch zwischenzeitlich manuell. In einem definierten Abstand sind Marker auf der ganzen Bahn montiert. Die Marker werden durch einen induktiven Sensor erfasst. Daher weiß der Roboter/Lore an welcher Position auf der Bahn, er sich befindet. Je nach Hersteller ist eine unterschiedliche Anzahl an Markern (&amp;lt; 100) möglich. Ausgehend von der Parkstation erfasst ein interner Positionszähler die Anzahl der passierten Marker. Dies geschieht gleichermaßen im Vorlauf und Rücklauf. Dadurch ist jederzeit eine Positionsbestimmung möglich. Im Steuerungsprogramm ist zudem die Möglichkeit vorhanden, einen Marker mit einer bestimmten Aktion zu verknüpfen. So kann neben dem eigentlichen Einstreuen beispielsweise auch ein Spurwechsel mit einer elektrischen Weiche programmiert werden. Herstellerabhängig können bis zu 20 Weichen installiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe der Einstreuroboter bzw. deren Ladekapazität ist sehr unterschiedlich. Nach Aussagen der Hersteller ist der Arbeitszeitersparnis besonders beim Einstreuen von Ställen sehr hoch. Zudem senkt das automatische, genau dosierte Einstreusystem den Strohverbrauch um bis zu 30 %. Teilweise ist es jetzt schon möglich über speziellen Sensoren bzw. eine Kameratechnik besonders verschmutzte Bereiche intensiver einzustreuen und dadurch letztlich Emissionen zu vermindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dosiermenge je Bucht wird standardmäßig in einer Zeiteinheit je Bucht festgelegt. Optional werden zum Teil Wiegesystem angeboten die eine Mengendosierung ermöglichen, aber auch die Verbrauchsmengen erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staubbelastung im Stall beim eigentlichen Einstreuvorgang kann vergleichsweise gering eingestuft werden. Allerdings hängt die insgesamt im Stall vorhanden Menge an Staub vordergründig mit dem Produkt und wesentliche den Witterungsbedingungen bei der Ernte zusammen. Bei der Gabe von Beschäftigungsmaterial wird in der arbeitet die Ausdosierung normalerweise im geraden, freien Fall. Alternativ ist eine zusätzlicher Querförderband möglich. Besonders bei Einstreuanlagen kommt eventuell ein Streuteller zu Einsatz. Hiermit kann die Einstreu breiter verteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betriebslärm der Anlagen ist vergleichsweise niedrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Brede, Wilfried, Automatisierungstechniken für Beschäftigungsmaterial und Stroheinstreu, KU-Vorhaben 2022&lt;br /&gt;
# Bauer, Thomas | Automatische Einstreusysteme - ein Überblick | 2018&lt;br /&gt;
# Brede, Wilfried | Futtertechnik Marke Solide | SUS 4-2010&lt;br /&gt;
# Brede, Wilfried | Mehr Tierwohl im alten Stall | Bayerisches Wochenblatt | 09-2020&lt;br /&gt;
# Brede, Wilfried | Automatisierte Gabe von organischen Beschäftigungsmaterial | 2021&lt;br /&gt;
# BLE / VLK | Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Schwein - Mastschweine |2019&lt;br /&gt;
# BLE / VLK | Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Schwein - Sauen und Ferkel |2021&lt;br /&gt;
# Denk, Karl-Heinz | Mechanisierung des Einstreuens - Überblick und Stand der Technik | 2001&lt;br /&gt;
# KTBL Heft 112| Beschäftigungsmöglichkeiten für Schweine | 2016&lt;br /&gt;
# LAVES | Beschäftigungsmaterial für Schweine | 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalleinrichtungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pute Icon.svg|rahmenlos|200x200px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sind alle Artikel der Kategorie Pute aufgeführt. Diese Kategorie beinhaltet derzeit nur die Produktionsrichtung Putenmast.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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		<title>Haltungsverfahren</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;CU: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein Haltungsverfahren umfasst alle baulichen und technischen Einrichtungen zur Haltung von Nutztieren inkl. Weidegang und Auslauf sowie zur Lagerung von Einstreu, Futter und Wirtschaftsdünger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Synonyme:&#039;&#039;&#039; im Genehmigungsrecht wird der Begriff „Anlage“ verwendet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abkürzung:&#039;&#039;&#039; HV&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Englische Übersetzung:&#039;&#039;&#039; animal housing system&lt;br /&gt;
[[Datei:Haltungsverfahren.png|zentriert|739x739px|Abb. 1: Haltungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
Food and Agriculture organization of the United Nations (FAO): AGROVOC – animal housing systems. http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_0883a013&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CU</name></author>
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